Blutspende-Regelung für Homosexuelle soll geändert werden

Die Frist zur Blutspende für Homosexuelle soll auf vier Monate verkürzt werden. Was das BRK und der bayerische Schwulenverband davon halten.
| Lisa Marie Albrecht Rosemarie Vielreicher
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Sexuelle Orientierung ist bisher ein Faktor beim Blutspenden.
Sexuelle Orientierung ist bisher ein Faktor beim Blutspenden. © dpa

Bisher steht ein erster Termin für eine Arbeitsgruppe - es ist der 3. November. An diesem Tag soll geprüft werden, ob die Regeln zum Blutspenden für Homosexuelle geändert werden sollen.

Bisher lautet die Vorgabe, dass Männer zwölf Monate nach dem letzten Sex mit Männern vom Blutspenden ausgenommen sind - bei Heterosexuellen gibt es eine solche Regelung nicht. Nun ist laut dem Gesundheitsministerium eine Verkürzung auf vier Monate im Gespräch.

Angefragt hatte zu dem Thema der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg. Für ihn ist die bisherige Frist "völlig überzogen und lebensfremd". Er sagt: "Das pauschale Blutspendeverbot für homosexuelle Männer bröckelt, und das ist gut so."

Eine Verkürzung auf vier Monate sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber immer noch ein diskriminierendes Pauschalurteil, findet er. Das sieht auch Markus Apel vom Lesben- und Schwulenverband Bayern so. Er sagt der AZ: "Ob schwule und bisexuelle Männer vor einer Blutspende zwölf oder nur vier Monate keinen Sex haben dürfen, ist eigentlich egal. Denn pauschale Fristen für eine solch große und unterschiedliche Bevölkerungsgruppe aufgrund des Merkmals der sexuellen Orientierung bleiben unbegründet und ungerecht."

Blutspendedienst des BRK sieht Überprüfung der Regelung positiv

Die generelle Einstufung schwuler Männer als Risikogruppe "ist und bleibt diskriminierend", so Apel. "Nicht die Tatsache, ob ich mit einer Frau oder einem Mann Sex hatte, ist entscheidend, sondern ob der Sex safe oder unsafe war."

Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sieht die Überprüfung der Regelung positiv: "Die von den Bundesbehörden aktuell beschlossene Überprüfung der diesbezüglichen Gesetzmäßigkeiten halten wir für gut und richtig. Wir erwarten, dass daraus eine sichere, für alle Seiten zufriedenstellende sowie in der alltäglichen Umsetzung praktikable Lösung resultiert", teilt Sprecher Patric Nohe der AZ mit. "Sofern die Gesundheit der Empfängerinnen und Empfänger sichergestellt ist, begrüßen wir sämtliche Richtlinien, die es mehr Menschen ermöglichen, Blut zu spenden."

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