"Bitter!" "Leider!" "Schade!"

„Besser als in den ersten 40 Minuten können wir nicht spielen“, sagt FCN-Trainer Hecking. Leider kommt deutlich zu wenig dabei heraus
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Verständlicher Frust. Club-Kapitän Andreas Wolf nach der Niederlage gegen den SC Freiburg.
Wolfgang Zink Verständlicher Frust. Club-Kapitän Andreas Wolf nach der Niederlage gegen den SC Freiburg.

„Besser als in den ersten 40 Minuten können wir nicht spielen“, sagt FCN-Trainer Hecking. Leider kommt deutlich zu wenig dabei heraus

NÜRNBERG Die Chance war zum Greifen nah, aber der Club hat sie versemmelt. „Bitter, dass wir uns mal wieder selber geschlagen haben“, grummelte Keeper Raphael Schäfer nach der unnötigen 1:2-Pleite bei der Heimpremiere gegen Freiburg. „Das zweite Tor von Freiburg hat unser Konzept über den Haufen geworfen – leider“, ärgerte sich Julian Schieber, der mit seinem ersten Treffer für den Club die zwischenzeitliche Führung erzielt hatte. „Schade, dass wir das zweite Tor gleich mehrfach verpasst haben“, jammerte auch Albert Bunjaku.

"Wir haben mit Füßen getreten, was wir uns aufgebaut hatten.“

„Bitter, leider, schade!“ – besser lassen sich die 90 Minuten gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf aus Club-Sicht nicht zusammenfassen. Denn – so paradox das klingt – im Vergleich zum 1:1 in Gladbach vor einer Woche hatte sich die FCN-Elf gegen die Breisgauer klar gesteigert. Das Problem: Während im Borussia-Park 30 starke Minuten zu einem verdienten Punkt reichten, sprang trotz allen Bemühens gegen Freiburg nichts Zählbares heraus.

„Besser als in den ersten 40 Minuten können wir nicht spielen“, glaubt FCN-Trainer Dieter Hecking und war deshalb hinterher mächtig sauer auf seine Profis. „Wir haben mit Füßen getreten, was wir uns aufgebaut hatten.“

Was stimmt, weil seine Schützlinge über weite Strecken der ersten Hälfte die extrem verunsicherten Freiburger fest im Griff hatten. „Wir haben sehr viel richtig gemacht“, so Hecking. Aber eben längst nicht alles, denn offensichtlich ist auch: Hinten hakt’s, vorne klemmt’s.

"Einer von uns hätte den Ball wegschlagen müssen“

Heckings größte Baustelle ist die wacklige Innenverteidigung mit Andy Wolf und Per Nilsson. Sportlich harmonieren die beiden, wie ihre Koproduktion, die zum Freiburger Elfmeter (39.) führte, beweist, in etwa so gut, wie ein frisch geschiedenes Ehepaar. Abstimmung gleich null, zwischen den beiden herrscht in brenzligen Situationen Funkstille. Nur so ist zu erklären, warum Nilsson einfach stehen blieb und Wolf den durchgestarteten SC-Stürmer Stefan Reisinger in höchster Not abräumen musste. „Einer von uns hätte den Ball wegschlagen müssen“, zeigte sich Nilsson zumindest einsichtig.

Und auch Gegentreffer Nummer zwei muss sich die Abwehrzentrale ankreiden lassen. „Beim zweiten Tor stehen wir bei der Verteidigung der Flanke im Zentrum nicht gut“, bestätigt Hecking, für den diese Szene sogar „der Knackpunkt“ im Spiel war.

Allerdings ist die Wackel-Abwehr längst nicht das einzige Problem des 45-Jährigen. Denn auch in der Offensive steckt der Wurm drin. Bei aller Dominanz, die seine Elf in Durchgang eins ausstrahlte, Fakt ist, die berühmten 100-prozentigen Torchancen waren auch gegen Freiburg Mangelware. Schiebers Kopfballtreffer geht zum Teil auf das Konto des zögernden SC-Torwarts Simon Pouplin. Über die Flaute im Sturm kann auch die unbändige Spielfreude eines Mehmet Ekici nicht hinwegtäuschen, der mit seinem Latten-Treffer (48.) fast für das 2:1 gesorgt hätte.

"Wir sollten jetzt nicht alles hinterfragen"

„Wir haben uns nicht die ganz klaren Torchancen herausgearbeitet“, musste auch Hecking zugeben. Vor allem in Durchgang zwei, als es seine kopflos anstürmende Elf „zu früh nur mit langen Bällen“ (Hecking) versuchte, das Freiburger Bollwerk zu knacken.

Allerdings sieht der Trainer auch noch lange keinen Grund, „wegen den zwei schweren Auswärtsspiele beim HSV und in Leverkusen in Panik zu verfallen. Wir sollten jetzt nicht alles hinterfragen.“ Aber fleißig arbeiten. Krischan Kaufmann

Mehr über den Club und warum Dieter Hecking auf einen Last-Minute-Transfer verzichtet, lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Montag, 30. August.

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