Fatale Wochen für München-Pendler: Bis zu drei Umstiege und 50 Minuten längere Fahrzeit

Viele Pendler aus dem Großraum München kommen aus Landshut, Moosburg und Freising. Doch die ersten zwei Wochen im Advent dürften für wenig Bahn-Besinnlichkeit sorgen: Es gibt eine kurzfristige Baustelle. Massive Einschränkungen und Umwege sind angekündigt. Die AZ zeigt ausgewählte Verbindungen.
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Züge stehen am Bahnhof in Freising. Im Hintergrund sind die Türme des Freisinger Doms zu sehen.
Züge stehen am Bahnhof in Freising. Im Hintergrund sind die Türme des Freisinger Doms zu sehen. © imago/Manfred Segerer

Leidgeplagt mit Zugausfällen und Verspätungen - das sind Bahn-Pendler auf der Strecke von Landshut, Moosburg und Freising Richtung München ohnehin schon. Doch ab Montag, 1. Dezember, werden die Nerven zwei Wochen lang noch mal ordentlich beansprucht: Kurzfristig werden laut der Deutschen Bahn Bauarbeiten notwendig. Bis 12. Dezember.

Betroffen sind die Linien RE2, RE3, RE22 und RB33. Mit den Stationen Landshut, Freising, Moosach, Flughafen München und München Hauptbahnhof. Zusätzlich kommt es zwischen Flughafen und Lohhof beziehungsweise Feldmoching wegen Gleisbauarbeiten zu einer Streckensperrung auf der Linie S1.

Worauf sich Kunden einstellen müssen: "starke Einschränkungen und Zugausfälle" sowie "geänderte Fahrwege von und nach München Hbf".

Ab Landshut: Bis zu dreimal umsteigen und bis zu 50 Minuten länger

Was das genau heißt, hat die AZ mit der App DB Navigator ausprobiert - von Landshut aus etwa muss man teilweise bis zu drei Mal umsteigen (normal: gar nicht) und die Fahrzeit von sonst rund 50 Minuten wächst auf rund eineinhalb Stunden. Ein paar Beispiele:

Landshut: Wer am Dienstag, 2. Dezember, vom Landshuter Bahnhof zum Hauptbahnhof München fahren will, kann um 7.58 Uhr in den Bus RE25 Richtung Flughafen München steigen (Dauer: 40 Minuten). Am Besucherpark muss man in die S8 (Richtung Herrsching) wechseln und damit nochmal 38 Minuten zum Hauptbahnhof zurücklegen. Zur Erinnerung: normal kein Umstieg und Gesamt-Fahrzeit rund 50 Minuten.

Als Beispiel eine morgendliche Route am 2. Dezember von Landshut aus zum Hauptbahnhof in München.
Als Beispiel eine morgendliche Route am 2. Dezember von Landshut aus zum Hauptbahnhof in München. © Screenshot DB Navigator

Um 8.06 Uhr könnte man mit dem RE3 bis nach Freising fahren, dann soll man laut App in die S1 zum Flughafen Besucherpark umsteigen, um dort in die S8 zu wechseln und dann zum Hauptbahnhof zu fahren. Bedeutet: zwei Umstiege und eine Fahrzeit von einer Stunde und 37 Minuten.

Ab Freising erst mal eine Runde über den Flughafen

Noch kurioser wird der Vorschlag um 8.19 Uhr: erst mit der Agilis bis Freising, dann in den Bus X660 Richtung Garching Forschungszentrum, dort in die U6 bis zum Odeonsplatz und von dort mit der U5 zum Hauptbahnhof. Schnauf. Das macht drei Umstiege und eine Zeit von eineinhalb Stunden.

Von Freising zum Hauptbahnhof München - auch das ist in den nächsten zwei Wochen keine einfache Verbindung.
Von Freising zum Hauptbahnhof München - auch das ist in den nächsten zwei Wochen keine einfache Verbindung. © Screenshot DB Navigator

Freising: Von Freising wird es genauso umständlich. Wer von dort nach München will, muss ebenfalls mit bis zu zwei Umstiegen rechnen, zum Beispiel mit der S1 zum Flughafen Besucherpark und dann mit der S8 zum Hauptbahnhof. Dauer: bis zu einer Stunde. Ohne Baustelle dauert die Strecke mit dem Regionalverkehr knapp eine halbe Stunde, mit der S-Bahn 40 Minuten.

Moosburg: Zwischen Landshut und Freising liegt auch noch der Halt Moosburg, von dort pendeln ebenfalls viele in die Landeshauptstadt. Hier schlägt die Bahn-App unter anderem eine Verbindung vor, die sogar noch länger als vom weiter entfernten Landshut braucht: Um 8.05 Uhr nach Erding mit dem Bus, von dort in die S2 Richtung Dachau zum Hauptbahnhof. Ankunft: 9.47 Uhr.

Eine Stunde und 42 Minuten ab Moosburg an der Isar

Das macht in der Summe: eine Stunde und 42 Minuten! Etwas schneller geht es mit Agilis, Bus und U6 sowie U5 (eine Stunde und 17 Minuten), bedeutet aber drei Umstiege.

Die Möglichkeiten in den nächsten zwei Wochen ab Moosburg an der Isar zum Hauptbahnhof München.
Die Möglichkeiten in den nächsten zwei Wochen ab Moosburg an der Isar zum Hauptbahnhof München. © Screenshot DB Navigator

Flughafen Terminal: Wer von Landshut zum Flughafen fahren möchte, muss ebenfalls mehr Zeit einplanen. Als Vorschlag macht die Bahn-App für Dienstag, 2. Dezember, um 7.58 Uhr zum Beispiel den Bus RE25 zum Besucherpark, um von dort in den Bus 635 zum Terminal zu steigen. Macht: 51 Minuten plus einen Umstieg. Normal geht es ohne Umstieg in rund 35 Minuten.

Erst vor wenigen Tagen hat die DB Regio Bayern diesen Post auf Facebook geteilt. Ob die Freisinger das bei der aktuellen Baustellen-Lage so amüsant finden?
Erst vor wenigen Tagen hat die DB Regio Bayern diesen Post auf Facebook geteilt. Ob die Freisinger das bei der aktuellen Baustellen-Lage so amüsant finden? © Screenshot Facebook

Drei Lokalpolitiker - Freisings Kreisrat Tobias Weiskopf und die Stadträte Philipp Fincke aus Moosburg und Jens Barschdorf aus Freising - haben wegen dieser Bahnsinn-Verkehrsführung einen Brief an den DB-Konzern in Bayern und an die Bayerische Eisenbahngesellschaft verfasst. Sie fordern ein besseres Ersatz-Konzept: „Nach aktuellem Stand entfällt in diesem Zeitraum der gesamte Regionalverkehr zwischen München und Freising sowie zwischen Freising und dem Flughafen. Ebenso verkehren keine S-Bahnen zwischen Lohhof beziehungsweise Feldmoching und Freising beziehungsweise Flughafen. Zwar ist für den Abschnitt Lohhof/Feldmoching – Flughafen ein Schienenersatzverkehr mit Allstop- und Expressbussen vorgesehen, jedoch fehlt ein SEV für die S1 nach Freising vollständig. Für die ausfallenden Regionalzüge ist ebenfalls keinerlei Ersatzverkehr geplant.“

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  • Chablis64 vor 6 Minuten / Bewertung:

    Alles zur selben Zeit machen...bei der Bahn weiß die eine Hand nur nicht, was die andere noch nicht fertig hat... Da ist ein Verein... Wochenlang alles miterlebt. Könnte ein Buch schreiben, aber das interessiert keinen, weil die Leute es ja selbst erlebt haben, wenn sie täglich mit dem Unternehmen fahren. Bis heute ist unser Bahnsteig nicht fertig. Jetzt ist das aber kein großer Bahnhof... Lass da mal jemanden fallen... Im übrigen ist die Barrierefreiheit an vielen Bahnhöfen echt schauderhaft. Schlecht bis nicht vorhanden oder seit Wochen unbenutzbar... Und auf ihr ganzes Konzept sind sie dann auch noch stolz...

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  • JerryH vor 7 Minuten / Bewertung:

    Auch die neue Chefin bekommt den Laden nicht in den Griff.
    Als erstes hat der Verkehrsminister kurz nach Amtsantritt der Frau schon mal hunderte vom Millionen gestrichen.
    Wie es weitergeht kann sich jeder selbst denken.

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  • Frale vor 10 Minuten / Bewertung:

    Was hierabläuft ist nicht mehr normal. Verantwortlich .. natürlich wieder mal niemand.

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