"Ein Auftrag zum Handeln": Bildungszentrum von Yad Vashem entsteht in München
Die Zusage ist da: Ein Bildungszentrum der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll in München entstehen. Zudem soll es eine Außenstelle in Leipzig geben, hieß es in einer Mitteilung von Yad Vashem.
Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen und dem Holocaust
Die zentrale israelische Gedenkstätte zur Erinnerung an den Holocaust und die Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden während der NS-Zeit eröffnet ihre erste Niederlassung außerhalb Israels in der bayerischen Landeshauptstadt. Das ist seit dem heutigen Donnerstag klar.
Ministerpräsident Söder: "Jüdisches Leben gehört fest zu Bayern"
Yad Vashem hat in den vergangenen Monaten die Eröffnung eines "Educational Center" in Deutschland intensiv vorbereitet. Als mögliche Standorte der Bildungseinrichtung zur Mahnung des Holocaust waren Standorte in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen in der Auswahl. Das geplante Bildungszentrum ist der erste Ableger der Jerusalemer Gedenkstätte außerhalb Israels. In dem Bildungszentrum soll eine Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen und dem Holocaust stattfinden.

"Was für eine Ehre! Yad Vashem kommt nach Bayern. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte eröffnet ein Bildungszentrum in München – es ist die erste internationale Außenstelle überhaupt. Wir haben uns als Freistaat sehr dafür eingesetzt. Jüdisches Leben gehört fest zu Bayern", wird Ministerpräsident Markus Söder in einer Mitteilung der Bayerischen Staatskanzlei zitiert.
"Wir stehen zu unserer geschichtlichen Verantwortung"
Dass die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ein Bildungszentrum mit Hauptstandort in München errichte, zeige "unsere enge Beziehung zur jüdischen Gemeinde und zu Israel", betont Söder: "'Nie wieder!' ist nicht nur ein Satz, sondern jeden Tag aufs Neue ein Auftrag zum Handeln."

Und: "Wir stehen zu unserer geschichtlichen Verantwortung: Die Gräuel des Nationalsozialismus dürfen sich niemals wiederholen. Dazu braucht es Gedenk- und Bildungsstätten wie Yad Vashem, damit niemals vergessen wird, was passiert ist. Das ist ein klares Bekenntnis für Demokratie und gegen Antisemitismus. 'Nie wieder!' muss für immer gelten. Dafür gebe ich als Ministerpräsident auch persönlich ein Schutzversprechen. Bayern wird für Yad Vashem ein gutes Zuhause sein."
Ludwig Spaenle: "Zukunftsweisende Entscheidung von historischer Bedeutung"
Auch die Außenstelle in Leipzig sei ein gutes Signal, findet Söder. Gerade auch im Osten Deutschlands werde viel für Demokratie getan. Seinen ausdrücklichen Dank "für die intensive Vorbereitung" richtete Söder an Staatskanzleiminister Florian Herrmann, Kultusministerin Anna Stolz und den Antisemitismusbeauftragten Ludwig Spaenle.

"Mit ihrer Festlegung auf Bayern und konkret auf München als Standort für die erste Außenstelle des israelischen Erinnerungszentrums Yad Vashem in München haben die israelischen Verantwortlichen eine zukunftsweisende Entscheidung von historischer Bedeutung getroffen", sagt Spaenle laut einer entsprechenden Mitteilung.
"Zusätzlicher Impuls für das Gedenken an die Shoah und ihre Opfer"
Die Entscheidung fuße für ihn auf drei Grundlagen: "München als heutiger Sitz wichtiger Einrichtungen der jüdischen Gesellschaft und führender wissenschaftlicher Einrichtungen sowie der erschreckenden Rolle der Stadt bei der Entwicklung der braunen Diktatur."
Spaenle weiter: "Wir können mit der Yad Vashem Bildungsstätte mit einem zusätzlichen Impuls das Gedenken an die Shoah und ihre Opfer behandeln. Wir können im Dialog, der auch die Entwicklung in Ost- und Südosteuropa mit einbezieht, neue Formen einer aktiven und zukunftsgerichteten Bearbeitung dieses barbarischen Handelns in deutschem Namen finden."
In München haben mit der Europäischen Rabbinerkonferenz sowie dem Generalkonsulat des Staates Israel bereits wichtige Institutionen für jüdisches Leben und Kultur ihren Sitz. Dazu kommen zwei lebendige jüdische Gemeinden, die Israelitische Kultusgemeinde für München und Oberbayern und die Liberale Gemeinde Beth Shalom.
München war als sogenannte "Hauptstadt der Bewegung" mit der Gründung der NSDAP sowie mit dem ersten Konzentrationslager im nahegelegenen Dachau ein Ort, an dem man Täter und Taten in besonderer Weise nachzeichnen kann.
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