Betrug im Gesundheitswesen ist "erschreckend einfach"
Betrüger im Gesundheitswesen haben nach Expertenansicht relativ leichtes Spiel. Abrechnungsbetrug sei "häufig erschreckend einfach", sagte Torsten Haase, Leitender Oberstaatsanwalt und Chef der bayerischen Spezialstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen. Der Grund: Das Abrechnungssystem in Gesundheit und Pflege sei relativ kompliziert, zugleich fließe viel Geld im System.
Die AOK in Bayern fordert deshalb unter anderem weniger Bürokratie und mehr Transparenz. Überprüfungen müssten künftig unangemeldet sein. Und: Die gesetzliche Krankenversicherung setzt beim Check der Daten auch auf KI. Wiederkehrende Unregelmäßigkeiten ließen sich so identifizieren, sagte Irmgard Stippler, Vorstandschefin der AOK Bayern, in Nürnberg. Die Beurteilung leiste aber dann der Mensch, betonte sie weiter. "Dafür braucht es Menschen mit Erfahrung und Fachwissen." Die AOK ist mit etwa 4,6 Millionen Versicherten die größte gesetzliche Kasse im Freistaat.
Wer Verdachtsfälle von Fehlverhalten melden möchte, könne dies bei der Spezialstaatsanwaltschaft auch anonym machen, betonte Oberstaatsanwalt Daniel Hader. Bei der AOK gingen zuletzt im Schnitt neun Hinweise pro Arbeitstag zu möglichem Fehlverhalten ein.
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