Bestnoten auf Rekordniveau: Warum es trotzdem Kritik am Abitur gibt

Für Abiturientinnen und Abiturienten endet in diesem Sommer die Schulzeit. Mit einer bedenklichen "Bestnotenflut", wie der Lehrerverband moniert. Das werde Folgen haben, warnt ein Fachmann.
AZ/dpa |
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Sind die Notenschnitte deutscher Abiturientinnen und Abiturienten zu gut? (Archivbild)
Sind die Notenschnitte deutscher Abiturientinnen und Abiturienten zu gut? (Archivbild) © Sina Schuldt/dpa

Die Notenschnitte der Abiturientinnen und Abiturienten sind zu gut – findet der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger. "Schon jetzt reicht selbst ein bayerisches 1,0-Abitur nicht mehr aus, um über die Leistungsschiene sicher einen Medizinstudienplatz zu ergattern", sagte er im Interview mit der Mediengruppe Bayern. "Inzwischen haben einzelne Gymnasien mehr 1,0-Abitur-Ergebnisse als vor 20 Jahren ganze Bundesländer."

Meidinger warnt vor Entwertung des Abiturs

Er warnt: "Letztendlich wird dieser Weg zu einer massiven Entwertung des Abiturs und allgemeinen Hochschuleingangsprüfungen führen." Es werde zunehmend schwieriger, "in dieser Bestnotenflut die wirklichen Spitzenschüler zu erkennen".

Seine Kritik ist nicht neu. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er schon 2014 als damaliger Vorsitzender des Philologenverbands: "Die eigentlich Gelackmeierten der Bestnoten-Inflation sind die Spitzenschüler, weil deren Spitzenleistung in der Einser-Schwemme untergeht."

Abgehängt: Meidingers Schulenglisch

Meidinger sieht einen Noten-Wettlauf zwischen den Bundesländern, der nur gestoppt werden könne, "wenn es ein bundesweit vergleichbares Abitur gibt mit gleichen Aufgabenstellungen und Bewertungskriterien". Damals wie heute warf er Schulpolitikern vor, Reformen wie die Verkürzung oder Verlängerung der Gymnasialzeit dafür zu nutzen, dass danach bessere Noten vergeben werden und die Reformen als Erfolg gelten.

Der Gymnasiallehrer räumte allerdings ein, dass sich Schüler in manchen Bereichen auch tatsächlich verbessert hätten: "Mit meinem eigenen Schulenglisch kann ich mit heutigen Absolventen in keiner Weise mehr mithalten", gestand er in dem aktuellen Interview ein.

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  • ClimateEmergency am 07.07.2026 14:19 Uhr / Bewertung:

    Auf den ersten Blick problematisch, auf den zweiten vielleicht weniger, angesichts dessen, dass Schulnoten selten neutral sind* und zudem den Lernerfolg von Schülerinnen behindern (heißt solange Schülerinnen gutes Feedback bekommen, verschlechtern Noten die Leistung).

    *selbst bei der gleichen(!) Lehrererin bekommen verschiedene Schülerinnen für die gleiche Leistung unterschiedliche Noten

    Für Universitäten anscheinend auch verkraftbar, so wird das anscheinend laut Quarks mit Eignungstests kompensiert.

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