Bestialischer Mord: Wird er nach 27 Jahren aufgeklärt?

27 Jahre lang dürfte sich der Mörder von Maria M. in Sicherheit wiegen. Doch jetzt hat die Polizei eine neue Spur, die endlich zur Aufklärung des brutalen Verbrechens führen könnte: Die Polizei entdeckte eine winzige DNA-Spur – sie stammt vom Täter.
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Vom Täter gibt es nur ein Phantombild.
Tanja Reister Vom Täter gibt es nur ein Phantombild.

FÜRTH - 27 Jahre lang dürfte sich der Mörder von Maria M. in Sicherheit wiegen. Doch jetzt hat die Polizei eine neue Spur, die endlich zur Aufklärung des brutalen Verbrechens führen könnte: Die Polizei entdeckte eine winzige DNA-Spur – sie stammt vom Täter.

27 Jahre lang durfte sich der Mann, der die Geschäftsführerin eines Fürther Supermarktes auf bestialische Weise ermordet hat, in Sicherheit wiegen. Mit den wenigen Spuren, die der Unbekannte damals am Tatort hinterließ, konnte die Kripo nichts anfangen. Doch das Blatt hat sich gewendet – und der Mörder muss jetzt zittern!

„Wir konnten mit modernster Technologie einen genetischen Fingerabdruck des Täters herausfiltern“, bestätigte Polizeisprecher Michael Gengler die unerwartete Wende in dem bislang ungelösten Kriminalfall. Das unverwechselbare Profil des Mörders, das aus einer Mikrospur gewonnen werden konnte, wird jetzt mit Personen aus dem Umfeld des Opfers verglichen. Gengler: „Mehrere Männer mussten bereits Speichelproben abgeben. Weitere werden folgen.“

Vater sah Handtasche der Tochter in einem Vorraum

Maria M. (26), Geschäftsführerin des Rodi-Markts in der Fürther Innenstadt, war ihrem Mörder am frühen Abend des 17. April 1981 in die Hände gefallen. Nachdem die aus Markt Bibart (Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) stammende Frau in dieser Nacht nicht heimgekommen war, machte sich ihr besorgter Vater bereits am frühen Morgen auf den Weg nach Fürth. Durch die Scheiben des Supermarktes sah er die Handtasche seiner Tochter in einem Vorraum liegen. Als sie auf seine lauten Rufe und das Pochen gegen die Türe nicht öffnete, verständigte er die Polizei.

Den Beamten bot sich im Inneren des SB-Marktes ein Bild des Grauens. Maria M. lag in einer riesigen Blutlache hinter der Fleischtheke. Ihr Körper war schwer verstümmelt. „Die Vorgehensweise des Täters war von äußerster Brutalität gekennzeichnet“, so ein mit dem Fall betrauter Kripo-Beamter zur AZ. Die Frau war nicht nur von zahllosen Messerstichen durchbohrt worden. Der Mörder hatte ihr mit einem Beil auch den Kopf nahezu komplett abgetrennt.

Abwehrspuren an den Armen des Opfers, heruntergerissene Gegenstände im Supermarkt sowie die Verteilung der Blutspuren deuteten darauf hin, dass zwischen dem Mörder und seinem Opfer ein erbitterter Kampf stattgefunden hat. Die Leiche war zwar nur noch mit einem Slip und einem BH bekleidet. Die Kripo ging jedoch trotzdem nicht von einem sexuell motivierten Verbrechen aus. „Das wurde nach unseren Erkenntnissen nur vorgetäuscht“, erklärte ein Kripo-Mann damals im Zuge der Ermittlungen.

Mörder aus dem Bekanntenkreis?

Dagegen sprach von Anfang an Vieles dafür, dass der Mörder aus dem Bekanntenkreis der jungen Frau stammen könnte. Die Rekonstruktion der letzten Stunden ihres Lebens ergab, dass Maria M. den Laden bereits abgeschlossen hatte, sich auf dem Weg zum Bahnhof befand, dann aber auf halber Strecke umdrehte und zum Rodi-Markt zurücklief. Sie befand sich dabei in Begleitung eines Mannes, mit dem sie sich angeregt unterhielt. Von ihm, den die Polizei für den Mörder hält, gab es bisher nur ein Phantombild. Doch jetzt hat die Kripo endlich auch seinen genetischen Fingerabdruck.

Helmut Reister

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