"Berge sind kein Partyraum": Sorge wegen Müll und Graffiti in den bayerischen Alpen
Die Höllentalklamm am Fuß des Zugspitzmassivs ist für viele Touristen eine Attraktion. Etwa eine halbe Stunde von ihrem Eingang entfernt führt ein Weg nach oben in Richtung der bekannten Höllentaleingangshütte.
Dort wird die Naturidylle getrübt. Denn der für die Höllentalklamm zuständige, ehrenamtliche Referent der Alpenvereinssektion Garmisch-Partenkirchen, Bernhard Ostler, hat entlang des Wegs jüngst einige unschöne Entdeckungen gemacht: Mitten in der einzigartigen Berglandschaft würden Flaschen, Papier und anderer Müll einfach zurückgelassen, schildert er.
Entlang des Wegs in der Höllentalklamm: Müll und leere Glasflaschen
Auf seinen Fotos, die er Ende Mai zunächst auf Instagram veröffentlichte, sind zum Beispiel leere Glasflaschen zu sehen, die achtlos "auf einem Schaltschrank von der Kläranlage abgestellt" wurden, wie er zur AZ sagt. Dabei handele es sich hierbei "nicht um einen Mülleimer", ärgert sich Ostler. Auch Aufkleber und Kritzeleien haben Besucher hinterlassen, wie auf seinen Fotos zu sehen ist.
Das Problem mit den Aufklebern
Gerade die Aufkleber seien – leider – ein bekanntes Problem, sagt Klammreferent Ostler im Gespräch mit der AZ. Gefährlich wird es, wenn solche Aufkleber von Unbekannten gar an Wegweisern oder Hinweisschildern angebracht werden, die dadurch teilweise kaum mehr lesbar seien.

Aber auch Verpackungen, die manche Wanderer an dem Weg zur Höllentaleingangshütte ganz offensichtlich und unverblümt hinterlassen haben, ärgern ihn. Für Ostler ist ein solches Fehlverhalten ein Zeichen für die "mangelnde Wertschätzung der Natur", wie er zur AZ sagt. Die Berge seien "kein Partyraum, kein Mülleimer und kein Ort, an dem man seinen Dreck anderen überlässt", mahnt er.
"Leider ein neues Phänomen": Graffiti am Fels entdeckt
Der Alpenverein München und Oberland macht auf AZ-Anfrage noch auf ein anderes Problem aufmerksam: Unbekannte hätten Graffiti am Felsen hinterlassen, welche man zum Saisonstart im Zugspitzgebiet und unterhalb des Watzmannhauses entdeckt habe. "Nach dem Winter gehen wir die Wege ab, dabei haben wir die beiden Graffiti – einmal unterhalb vom Watzmannhaus und das andere unterhalb der Knorrhütte – entdeckt", so DAV-Sprecher Markus Block zur AZ.
Graffiti wie hier am Berg seien "leider ein neues Phänomen" und etwas, das "hoffentlich schnell wieder für immer verschwindet", sagt er. Von wem die Graffiti in den beiden Fällen stammten, wisse man nicht, so Block. "So ein Vorgehen entspricht aus unserer Sicht nicht dem Respekt gegenüber der Bergwelt."
Das eine "Graffito mit roter Farbe" befand sich an einem Felsen unterhalb der Knorrhütte – direkt am Weg zur Hütte, sagt der DAV-Sprecher. Und auch die Wegmarkierung sei "halb übermalt" gewesen. Die Farbe am Fels war nicht so einfach wegzubekommen, wie er schildert. "Wir haben sie mit grauer Farbe übersprüht." Damit es zumindest wieder den natürlichen Anschein hat.

Und das Graffito unterhalb des Watzmannhauses? Hier wolle sich die Verwaltung des Nationalparks Berchtesgaden kümmern, so der DAV-Sprecher. Beide Graffiti seien im Zeitraum zwischen Ende April und Anfang Mai von Mitarbeitern des Alpenvereins München und Oberland entdeckt worden.
Alpenverein warnt: Müll in den Bergen zunehmend ein Problem
Wie steht es mit dem liegengelassenen Müll in den Bergen? Dieser sei sowohl um die DAV-Hütten herum als auch in den Hütten selbst ein Problem, sagt Markus Block. Manche Gäste würden ihre Verpackungen wie beispielsweise die von Müsliriegeln auf der Hütte sogar zwischen den Bettritzen, hinter den Klokästen oder hinter Bildern an der Wand verstecken. Ein rücksichtsloses Verhalten nach dem Motto: "Hauptsache, man muss seinen Müll nicht wieder im Rucksack mit nach unten schleppen."
Auch von gebrauchten und achtlos in der Landschaft hinterlassenen Papiertaschentüchern wissen die DAV-Mitarbeiter zu berichten. Diese Art von Müll sei leider schon länger ein Problem, so Block zur AZ – allerdings eines "mit zunehmendem Ausmaß".
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