Beliebter See bei München: Wer hier falsch parkt, wird jetzt schneller abgeschleppt
Wer öfter mit dem Auto zum Baden an den Starnberger See fährt, kennt solche Szenarien: Ist man an einem sonnigen Sommerwochenende nicht früh genug dran, sucht man in Ufernähe zum Teil länger (und manchmal vergeblich) einen Parkplatz. In den Sommerferien könnte sich der Parkdruck noch einmal verstärken.
Mit Blick auf etwaige Falschparker, die zum Beispiel Rettungswege oder Feuerwehrzufahrten blockieren, verweist der Zweckverband Kommunale Dienste Oberland aktuell auf das sogenannte vereinfachte Abschleppverfahren, das inzwischen in immer mehr oberbayerischen Kommunen greife. Erstmals sei das vereinfachte Abschleppverfahren nun in der Stadt Starnberg angewandt worden, wo am Unteren Seeweg anlässlich eines "schwerwiegenden Parkverstoßes in einem sicherheitsrelevanten Bereich" Anfang Juli ein Abschleppunternehmen beauftragt worden sei.
Zwar sei der Fahrzeughalter in dem konkreten Fall vor dem Abtransport seines Fahrzeugs erschienen. Das Beispiel mache jedoch deutlich, dass sicherheitsrelevante Parkverstöße "konsequent verfolgt" würden. Doch es steckt noch mehr dahinter: Grundlage des vereinfachten Abschleppverfahrens ist den Angaben zufolge eine Vereinbarung zwischen der jeweiligen Kommune (in dem Fall die Stadt Starnberg), der zuständigen Polizei und dem Zweckverband Kommunale Dienste (ZV KD) Oberland.
Falschparken im Rettungsweg: Schnelleres Abschleppen möglich
Man lege gemeinsam entsprechende Bereiche fest, in denen Falschparker ein besonderes Sicherheitsrisiko darstellten, heißt es vonseiten des Zweckverbands – also zum Beispiel Rettungswege, Feuerwehrzufahrten oder Behindertenparkplätze. Ziel der Vereinbarung sei es, "Gefahrenlagen schneller zu beseitigen und Einsatzkräften jederzeit freie Zufahrten zu gewährleisten".
An den vereinbarten Stellen könnten die Verkehrsüberwacher des ZV KD Oberland bei einem entsprechenden Parkverstoß in der Folge "selbstständig einen Abschleppvorgang einleiten". Die Polizei werde dabei zwar "weiterhin eingebunden und informiert", sie müsse "die Gefährdungslage jedoch nicht mehr vor Ort bestätigen", teilt der Zweckverband zu dem vereinfachten Verfahren mit. Dadurch könnten Rettungswege und andere sicherheitsrelevante Bereiche "wesentlich schneller wieder freigegeben" werden.
Parkplatzsuche am Starnberger See nicht immer einfach
"Am Starnberger See sind die Parkplätze oft überfüllt. Und wenn dann jemand den Rettungsweg blockiert, entstehen brenzlige Situationen", so Maximilian Brummer, Leiter Ruhender Verkehr beim Zweckverband. Neben der Stadt Starnberg würden noch weitere Kommunen auf das vereinfachte Abschleppverfahren setzen, schildert Brummer im Gespräch mit der AZ. "Am Starnberger See sind es neben Starnberg noch Tutzing, Berg und Münsing."
Es gehe jeweils um "vordefinierte Bereiche", sagt er, – "vor allem da, wo es sicherheitsrelevant wird". Typischerweise handele es sich dabei um Bereiche "rund um den See", ergänzt Brummer, ohne dabei ins Detail zu gehen. Bei den bekannten "Hotspots" in Starnberg, wo viele Badegäste ihr Auto abstellen und es beim Parken auch mal enger werden kann, handelt es sich jedoch zum Beispiel um einen Abschnitt des Unteren Seewegs oder den Bereich des Steininger Grundstücks.
Was Starnberg betrifft, schildert Simone Bräu vom Zweckverband, dass die Stadt mit diesem sowie mit der zuständigen Polizei bereits im Sommer 2025 eine Vereinbarung zur Einführung des vereinfachten Abschleppverfahrens getroffen habe – dabei seien auch örtliche Gefahrenpunkte und Sicherheitskorridore identifiziert worden, so Simone Bräu. Das Verfahren sei jedoch in der vergangenen Saison nicht mehr zur Anwendung gekommen. Heuer nun sei es allerdings so weit, sagt sie – und verweist ebenfalls auf das jüngste Beispiel am Unteren Seeweg.
Rund um den Starnberger See: Verstärkte Kontrollen noch im Juli
Darüber hinaus hat der Zweckverband rund um den Starnberger See eine Aktion mit verstärkten Kontrollen vom 24. bis 26. Juli angekündigt. Gerade in den Sommermonaten führe das hohe Besucheraufkommen regelmäßig zu angespannten Parksituationen, argumentiert man dort. Wer mit seinem Fahrzeug einen Rettungsweg oder eine Feuerwehrzufahrt blockiert, muss künftig also damit rechnen, dass es schneller abgeschleppt wird. Auf die Halter kommen zudem die Kosten für den Abschleppeinsatz zu, die sich Maximilian Brummer zufolge auf mehrere Hundert Euro belaufen können.
Schneller abschleppen auch am Walchensee

Doch nicht nur am Starnberger See müssen Falschparker zum Teil damit rechnen, dass der Abschleppwagen künftig schneller kommen könnte. Sondern zum Beispiel auch in manchen Bereichen des Walchensees. So sei auch in der Gemeinde Kochel am See das vereinfachte Abschleppverfahren bereits angewandt worden, schildert Brummer. Besonders groß sei der Parkdruck am Walchensee etwa "am Südufer und im Ortsteil Einsiedl" in Kochel.
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