100 Jahre Aueralm: Traditionelle Almwirtschaft bis heute ein beliebtes Wanderziel
Die Aueralm oberhalb von Bad Wiessee ist ein Klassiker unter den Hütten rund um den Tegernsee. Die bei Ausflüglern und Einheimischen beliebte, etwa 1266 Meter hoch gelegene Almwirtschaft ist ganzjährig geöffnet – nur montags ist in der Regel Ruhetag. Zeit, einmal innezuhalten und zurückzublicken. Denn heuer wird das Gebäude 100 Jahre alt.
100 Jahre Aueralm – bis heute ein Wanderziel hoch über dem Tegernsee
Erwähnt wurde die Alm erstmals im 14. Jahrhundert, wie auf der dazugehörigen Webseite zu lesen ist. Die Hütte befand sich schon damals unterhalb des Fockensteins. Das Gebäude sei jedoch abgebrannt, schildert Alois Fichtner (84). Sie sei noch im selben Jahr – nämlich 1926 – ein Stückerl von dem ursprünglichen Gebäude entfernt – neu errichtet worden. Schon damals war die Aueralm im Besitz der Eigentümer-Familie Fichtner.
Alois Fichtner war bereits als Bub dort oben. "Nach dem Neubau von 1926 hat meine Tante da ganz klein angefangen mit der Gastronomie", blickt er im Gespräch mit der AZ zurück. Denn ursprünglich handelte es sich um eine reine Selbstversorgerhütte.

Was die Gastronomie betrifft, ging es – nach und nach – mit ganz einfachen Dingen los: Es habe zum Beispiel "nur Skiwasser" gegeben, blickt Fichtner auf die Anfangszeit der Almwirtschaft zurück. "Auch Schmarrn ist da gekocht worden" – schon damals hat der Kaiserschmarrn also mit dazugehört. "Und es hat Würstl und Brotzeit gegeben", sagt er – "und was die Alm hergegeben hat", sprich zum Beispiel Milch und Butter.
Seine Tante habe mit ihrem Mann zu dieser Zeit die Almwirtschaft betrieben. Dazu zählten dort oben auch die Milchkühe. "Die Aueralm hatte keinen direkten Weg – sie mussten alles mit dem Muli hochbringen." Erst später sei die Alm "wegemäßig erschlossen" worden. Bis "Anfang der 60er-Jahre" betrieb die Familie dort die Almwirtschaft. Danach habe man die Alm verpachtet, schildert Fichtner.
Eine Almwirtschaft mit langer Tradition
Der derzeitige Pächter Jens Kästner arbeitet inzwischen seit 20 Jahren hier. Er ist der Wirt der Aueralm. Und er versorgt darüber hinaus "unsere Tiere im Sommer", so Fichtner.
Seinem Sohn, Alois Fichtner junior, gehört neben der Aueralm auch der Oberreiterhof in Bad Wiessee, den er zusammen mit seiner Frau Traudi betreibt. Gefragt danach, wie damals alles begonnen hatte, sagt der 44-Jährige zur AZ: "Die Almwirtschaft ist dadurch entstanden, dass das Jungvieh und ein Teil der Kühe auf die Alm im Sommer ausgelagert worden sind, damit die hofnahen Flächen für die Heuernte nutzbar waren, und das Heu, das dann im Sommer geerntet worden ist, im Winter zur Verfügung stand." Und so sei es im Prinzip bis heute.

Die Aueralm: Ein beliebtes Ziel, nicht nur im Sommer
Jetzt im Sommer gesellen sich auf der Sonnenterrasse der Aueralm neben Wanderern auch öfter Mountainbiker dazu, und "zunehmend E-Bike-Fahrer", wie der Wirt Jens Kästner (63) sagt. Er habe sich mit der Aueralm einen Traum verwirklicht.
Langweilig wird es für ihn und sein Team nie. Im Winter kehren in der urigen Gaststube zum Beispiel Tourengeher, Schlittenfahrer oder Spaziergänger ein. Denn die Alm ist zu Fuß immer einfach zu erreichen. Dabei kann man entweder vom Parkplatz Söllbach oder vom Parkplatz Sonnenbichl aus starten.

Ein Klassiker ist bis heute besonders gefragt: der Kaiserschmarrn (15,90 Euro). Oder Apfelstrudel mit Vanillesauce (7,50 Euro). Auch Gulaschsuppe oder Kaspressknödelsuppe (je 9,80 Euro) seien beliebt. Die Halbe Tegernseer Hell kostet 4,60 Euro und ein Hopf-Weißbier 4,80 Euro.
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