Bedford-Strohm: Tech-Konzern-Monopol Gefahr für Demokratie

Die Monopolmacht großer Internetkonzerne ist aus Sicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, eine Gefahr für die Demokratie. "Bei Islam-Themen kann man Shitstorms regelrecht vorhersagen.
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Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Foto: Julian Stratenschulte/Archivbild
dpa Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Foto: Julian Stratenschulte/Archivbild

Hamburg - Die Monopolmacht großer Internetkonzerne ist aus Sicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, eine Gefahr für die Demokratie. "Bei Islam-Themen kann man Shitstorms regelrecht vorhersagen. Wenn man einen Islam in liberaler Ausprägung unterstützt, dann kommt wie programmiert pauschale Verdammung, obwohl das Grundgesetz die freie Religionsausübung schützt", sagte er der "Zeit" (Donnerstag). "Ich glaube, dahinter stehen oft professionelle Netzwerke und Bots." Bei einem Besuch von Google und Facebook in Dublin habe er spannende Einsichten gewonnen. "Aber ich habe ihnen auch klar gesagt, dass die dringend benötigte Ethik der Algorithmen völlig fehlt."

Dennoch sieht Bedford-Strohm, der auch evangelischer Landesbischof in Bayern ist, im Internet eine Chance für die Kirche: "Die Kirche hat zu lange gebraucht, um einzusehen, wie zentral die digitale Welt für die Jugend ist", räumte der 59-Jährige selbstkritisch ein. Kirche müsse auf jeden Fall besser im Netz zu finden sein - auch über Suchmaschinen. Um noch mehr Gruppen adressieren zu können, gebe es einen digitalen Innovationsfonds. "Wir wollen, dass mehr Leute auch digital über ihren Glauben sprechen und es dann auf Youtube oder Instagram stellen", sagte Bedford-Strohm. "Gibt es Gott? Wer ist Gott? Solche Fragen kannst du wunderbar im Internet diskutieren."

Bedford-Strohm ist selbst bei Facebook und Twitter vertreten und hat auf den sozialen Netzwerken jeweils Tausende Follower. Er schreibe jedes Wort selbst, sagte er. "Ich würde gern noch mehr antworten, aber ich kann ja nicht den ganzen Tag vorm Computer sitzen." Trotzdem bringe das Engagement etwas: "Nach einem Gottesdienst sprechen mich oft Leute an und sagen: Wir kennen uns doch von Facebook!"

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