Beckstein: Seine Raucher-Beichte

Das Rauchverbot – viele CSU-Anhänger machen es als Mit-Ursache für das schlechte Wahlergebnis der Partei in Nürnberg und Fürth aus. Umso überraschender: Ministerpräsident Beckstein gab beim KQV-Talk zu: »Ich qualmte drei Schachteln am Tag«
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Medienpartner (v.li.): Philip von Martius (Studio Gong GmbH), Alexander Koller (Funkhaus) und Werner Jerono (Franken TV).
Bayernpress Medienpartner (v.li.): Philip von Martius (Studio Gong GmbH), Alexander Koller (Funkhaus) und Werner Jerono (Franken TV).

NÜRNBERG - Das Rauchverbot – viele CSU-Anhänger machen es als Mit-Ursache für das schlechte Wahlergebnis der Partei in Nürnberg und Fürth aus. Umso überraschender: Ministerpräsident Beckstein gab beim KQV-Talk zu: »Ich qualmte drei Schachteln am Tag«

Das Rauchverbot – viele CSU-Anhänger machen es als Mit-Ursache für das schlechte Wahlergebnis der Partei in Nürnberg und Fürth aus. Umso überraschender, dass Ministerpräsident Günther Beckstein – kraft Amtes einer der Verantwortlichen für das umstrittene Gesetz und als passionierter Nichtraucher bekannt – beim zweiten KQV-Talk der KarstadtQuelle-Versicherung freimütig zugab: „Ich habe früher Kette gequalmt. Es waren bis zu drei Schachteln am Tag. Aber 1984 habe ich von heute auf morgen aufgehört.“

Das erstaunte selbst KQV-Boss Peter M. Endres. Der Gastgeber – mit der Veranstaltung wurde gleich das neue Weiterbildungszentrum des Direktversicherers eingeweiht (AZ berichtete) – ist selbst Gelegenheitsraucher von Zigarillos und findet: „Die Absicht dahinter ist gut. Aber man hat doch ein bisschen viel geregelt.“

Endres setzt in seinem Unternehmen stattdessen aufs Miteinander, wie er beim rund 45-minütigen Gespräch mit Beckstein erläuterte: „Ich haben mit unseren Lehrlingen eine Art Vertrag geschlossen. Eine Zigarette nach dem Essen ist erlaubt. Ansonsten erst wieder nach Feierabend.“ Weil er als Vorstandsvorsitzender selbst mit gutem Beispiel vorangeht und das Qualmen in seinem Büro ebenfalls unterlässt, „ist es gelungen, über 80 Prozent unserer jungen Mitarbeiter für das Projekt zu begeistern“, freut sich der Manager. „Ein schöner Erfolg.“

„Wie entsteht Erfolg?“

Das war denn auch passend zum Motto der Veranstaltung: „Wie entsteht Erfolg?“, versuchte Moderator Michael Lein (Radio F) den beiden Protagonisten zu entlocken. Dass dies bei einem Spitzenpolitiker und einem Wirtschafts-Lenker zu unterschiedlichen Definitionen führen würde, war klar: „In der Wirtschaft kann man den Erfolg eines Unternehmens ganz klar an Umsatzzahlen messen. Bei uns ist das etwas schwieriger“, so Beckstein.

Der Ministerpräsident lobte die KQV als Positiv-Beispiel für ihre erfolgreiche Entwicklung in den vergangenen Jahren mit konstant steigenden Mitarbeiterzahlen. Peter Endres gab ein „Bekenntnis zum Standort“ ab. Und bekannte: „Natürlich ist es hier teurer als in China. Aber dafür müssen wir eben besser sein.“

Gesehen: Funkhaus-Geschäftsführer Alexander Koller, Franken TV-Chef Werner Jerono, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, SPD-Bundestagsabgeordneter Martin Burkert, CSU-Fraktionschef Michael Frieser, Bald-Kämmerer Harry Riedel, Sparkassen-Marketingdirektor Michael Kläver, die Charivari-Moderatoren Gerald Kappler und Tatjana Engelhardt, DB-Museumschef Jürgen Franzke, Röslein-Wirt Gregor Lemke (sorgte fürs Catering). Andreas Hock

Der KQV-Talk läuft am Dienstag in voller Länge ab 13 Uhr auf Radio F sowie um 19.00 Uhr auf Franken TV.

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