Bayreuther KI-"Ring": Walkürenritt über die Schafsweide

Bei den Bayreuther Festspielen geht der KI-"Ring" mit der "Walküre" genauso schwach weiter, wie das "Rheingold" endete. Zum Glück sind Michael Volle und Christian Thielemann dabei.
dpa |
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Die KI setzt die Bayreuther Bühne in Flammen.
Die KI setzt die Bayreuther Bühne in Flammen. © Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele/dpa
Bayreuth

Wirre Bildfolgen und statische Figuren in Flatterkostümen: Auch die Bayreuther "Walküre" macht es dem Publikum mit ihrer KI-generierten Optik nicht leicht. Die Reaktionen fallen bei der Premiere am Dienstagabend gemischt aus für die Inszenierung, der musikalische Part wird einheitlich gefeiert. 

Für den zweiten Teil des "Ring des Nibelungen" lassen der Direktor der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund, Marcus Lobbes und sein Team die künstliche Intelligenz, die sie mit Informationen zu Richard Wagners Tetralogie gefüttert haben, erneut wild und wirr assoziieren. Einmal steht das Wort "Hakenkreuz" da.

Warum der Maschine zum weitgehend destruktiv illustrierten Walkürenritt im dritten Akt neben Bildern, die an "Apocalypse Now" erinnern, jenen Film, mit dem der vielleicht bekannteste Part der Operngeschichte seinen Weltruhm verfestigte, plötzlich eine grüne Schafswiese einfällt, bleibt ihr Geheimnis.

Was haben die olympischen Ringe da zu suchen?

Ebenso, warum bei der Verbannung Brünnhildes auf den Flammenberg auf einmal die olympischen Ringe auftauchen. Denkt die KI an das olympische Feuer? Oder findet sie es sportlich, was Siegfried erwartet, wenn er Brünnhilde im dritten "Ring"-Teil von eben jenem Berg retten muss? Aufgelöst wird das alles freilich nicht.

KI statt Regie

Das Konzept, mit den KI-Bildern keine Regiearbeit zu unterstützen, sondern sie komplett zu ersetzen, kam schon im deutlich kürzeren "Rheingold" an Grenzen. In der stundenlangen "Walküre" hilft es auch nicht, dass alle Figuren mit ihren grauen, vogelähnlichen Flatterkostümen beinahe identisch aussehen und viel zu oft hinter den Projektionen verschwinden. Bezeichnend ist, dass Klaus Florian Vogt das nahezu gleiche Kostüm trägt wie im "Rheingold". Da spielte er aber Loge - in der "Walküre" ist er Siegmund.

Als solcher wird er, der Bayreuther Publikumsliebling, selbstverständlich gefeiert. Noch mehr Applaus bekommen allerdings Camilla Nylund und Michael Volle für ihre herausragenden Auftritte als Brünnhilde und Wotan. Der Star des Abends aber ist ein weiterer ewiger Zuschauerfavorit auf dem Grünen Hügel: Dirigent Christian Thielemann.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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