Bayerns Krankenhäuser: Entspannung ohne Entwarnung

Die Kliniken im Freistaat stehen finanziell weiter unter Druck. Die Mehrheit erwartet weitere Verluste. Anstehende Reformen könnten den Kostendruck noch erhöhen.
von  dpa
66 Prozent der befragten Kliniken erwarten fürs laufende Jahr Verluste. (Symbolfoto)
66 Prozent der befragten Kliniken erwarten fürs laufende Jahr Verluste. (Symbolfoto) © Soeren Stache/dpa

Die wirtschaftliche Lage von Bayerns Kliniken hat sich im Schnitt etwas verbessert. Entwarnung könne aber keineswegs gegeben werden, erklärte die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) bei der Vorstellung einer Umfrage unter ihren Mitgliedern. Im aktuellen Krankenhaus-Trend gaben 66 Prozent der befragten Kliniken an, dass sie fürs laufende Jahr Verluste erwarten. 

An der Umfrage nahmen in diesem Jahr 155 Krankenhaus-Träger teil, sie verfügen über 44,5 Prozent aller Klinikbetten in Bayern. Im Vorjahr hatten noch 72 Prozent der Kliniken ein Defizit in der Bilanz, zwei Jahre zuvor waren es 75 Prozent.

Die Bundesregierung habe den Kliniken zwar einen befristeten Zuschuss gewährt, um höhere Ausgaben teilweise auszugleichen, sagte die BKG-Vorsitzende, Kitzingens Landrätin Tamara Bischof (Freie Wähler). Doch weil diese Hilfe bald auslaufe, bleibe die Lage "sehr besorgniserregend". Viele Landkreise und Städte müssten weiterhin Millionensummen aus Steuermitteln aufwenden, um für die Verluste ihrer Kliniken einzuspringen.

Zusätzlichen Druck erwartet BKG-Geschäftsführer Roland Engehausen durch Maßnahmen, mit denen die Bundesregierung die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen stabilisieren will. Wenn die Vorschläge umgesetzt werden, die eine von der Bundesregierung eingesetzte Finanzkommission vorgelegt hat, könnte den bayerischen Kliniken rund eine Milliarde ihrer Gesamt-Einnahmen verloren gehen. Diese summieren sich derzeit auf rund 16 Milliarden, so Engehausen.

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