Bayerns Bordell-König: Hat er Millionen hinterzogen?

In Nürnberg muss sich der ehemalige Bordell-Betreiber Hans-Peter F. nun verantworten. Der 68-Jährige soll sehr viel Geld am Staat vorbei gezweigt haben.
| Helmut Reister
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Die Nürnberger Rotlicht-Straße "Frauentormauer". Hier trieb Hans-Peter F. seine Geschäfte.
Daniel Karmann/dpa Die Nürnberger Rotlicht-Straße "Frauentormauer". Hier trieb Hans-Peter F. seine Geschäfte.

Nürnberg - Seit Donnerstag steht Nürnbergs Bordell-König vor Gericht. Steuerhinterziehung in Millionenhöhe wirft ihm der Staatsanwalt vor. In der Frauentormauer, einer engen Gasse direkt an der mittelalterlichen Stadtmauer, zog Hans-Peter F. (68) viele Jahre die Fäden. Er betrieb mehrere Bordelle im Rotlichtviertel, das seit dem Mittelalter dort angesiedelt ist.

Die Probleme, die das Geschäft mit dem käuflichen Sex mit sich bringt, sind an seiner Vorstrafenliste erkennbar, in der es um einschlägige Delikte wie Förderung der Prostitution oder Körperverletzung geht.

Angeklagter hat 30 Einträge

Fast 30 Einträge hat Hans-Peter F. im Lauf seines Lebens zusammengebracht – und ist meistens mit einem blauen Auge in Form von Geld- oder Bewährungsstrafen davongekommen. Immer hat dies zwar auch nicht geklappt, doch seine Haftaufenthalte hielten sich in Grenzen.

Das scheint sich grundlegend geändert zu haben. Seit über einem Jahr (Mai 2019) sitzt er bereits in U-Haft und muss damit rechnen, dass der vergitterte Blick in den Himmel noch einige Jahre anhalten könnte. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sind massiv.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bordellbetreiber vor, dass er seine Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2018 zum einen verspätet abgegeben und sie zum anderen auch noch zu seinen Gunsten frisiert habe. Eine Schätzung des Finanzamts über seine vermuteten Einnahmen waren die Folge.

Bordell-König: Über fünf Millionen hinterzogen?

Laut Anklage war der Betrieb der Bordelle für Hans-Peter F. ein millionenschweres Geschäft. Allein die Vermietung der Zimmer an Prostituierte generierte demnach 7,7 Millionen Euro Umsatz in dieser Zeit.

Noch höher schätzen die Experten des Finanzamtes die Prostituierten-Einnahmen ein, die nicht in der Steuererklärung auftauchten. Sie gehen von einem Umsatz in Höhe von 16 Millionen Euro aus. Die Gesamtrechnung des Staates: 5,3 Millionen hinterzogene Steuer. Nach Kooperation und einem zu erwartenden Geständnis des Angeklagten sieht es nicht aus. Das macht auch ein Blick auf die Sitzungsliste deutlich. 14 weitere Prozesstage sind bereits fest eingeplant.

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