Bayerns Ärzte: auf weitere Coronavirus-Fälle vorbereiten

In China greift das Coronavirus immer weiter um sich. In Bayern wurden bislang keine weiteren Fälle bekannt - doch stehen noch einige Dutzend Testergebnisse aus. Für BMW hat das Virus bereits gravierende Konsequenzen.
| dpa
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München (dpa/lby) - Nach vier bestätigten Coronavirus-Fällen in Bayern sind die Krankenhäuser im Freistaat auf weitere Patienten vorbereitet. Zwar wurden am Donnerstag zunächst keine weiteren Infizierten bekannt. Die Auswertung von gut 80 Proben von Kontaktpersonen der Infizierten stand jedoch noch aus.

Derweil verzeichnet die vom bayerischen Gesundheitsministerium geschaltete Hotline rund 500 Anrufe am Tag. Obwohl die neue Lungenkrankheit in den meisten Fällen sehr mild verläuft, ist die Sorge mancher Menschen angesichts von inzwischen mehr als 7800 Infizierten und 170 Todesopfern im Hauptverbreitungsland China groß.

Das Ministerium hat die Krankenhäuser im Freistaat gebeten, sich auf die Aufnahme von begründeten Verdachtsfällen vorzubereiten. In einem Schreiben an die Bayerische Krankenhausgesellschaft, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, müssten in einem solchen Falle Hygienemaßnahmen eingehalten werden, um eine Übertragung durch Tröpfchen zu verhindern. So sollten möglicherweise mit dem Virus infizierte Patienten einen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz tragen und in einem Isolierzimmer möglichst mit Vorraum oder Schleuse untergebracht werden.

Wenn das nicht möglich ist, sollte es zumindest ein Einzelzimmer mit eigener Nasszelle sein. Das Personal müsse Schutzkleidung, Schutzbrille, Handschuhe und spezielle Atemmasken tragen, heißt es in dem Schreiben weiter. Sobald ein Labor eine Infektion mit dem Virus 2019-nCoV bestätigt, soll der Patient in ein Isolierzimmer mit Vorraum/Schleusenfunktion gebracht werden. "Sofern in den Patientenräumen eine raumlufttechnische Anlage betrieben wird, über die eine Verbreitung von Luft auf andere Räume möglich ist, ist diese abzustellen." Für Hausärzte gelten ähnliche Vorgaben.

Das neuartige Virus 2019-nCoV breitet sich seit einigen Wochen rasant von der chinesischen Millionenmetropole Wuhan aus. Zunächst nur innerhalb der Region Hubei, dann innerhalb ganz Chinas und in andere Länder dieser Welt.

Außerhalb der Volksrepublik sind bislang in rund 20 Ländern etwas mehr als 100 Infektionen gezählt worden. Darunter sind neben Deutschland, Frankreich und Finnland auch Thailand, Japan, Singapur, Malaysia, die USA, Australien und Südkorea. Neu hinzu kamen am Donnerstag Indien und die Philippinen. Vielfach sind die Infizierten Reisende aus China, aber es kommt auch zu neuen Ansteckungen außerhalb des Landes.

Angesichts der um sich greifenden Epidemie hat der bayerische Autohersteller BMW seine drei Werke in der chinesischen Millionenstadt Shenyang vorerst geschlossen. Die einwöchigen Neujahrsferien seien jetzt um eine weitere Woche bis 9. Februar verlängert worden, sagte ein Unternehmenssprecher in München. Nur die Büroangestellten arbeiteten ab kommenden Montag wieder, jedoch von zuhause aus.

Shenyang ist der weltweit größte Standort des Autobauers: Rund 18 000 Mitarbeiter fertigen dort jährlich eine halbe Million Autos sowie Motoren. Wie es ab 10. Februar weitergehe, sei noch offen, sagte der Sprecher.

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