BayernLB sucht neuen Chef – Winkelmeier geht vorzeitig

BayernLB-Chef Stefan Winkelmeier zählt offenkundig nicht zu den Managern, die sich für unverzichtbar halten. Nächstes Jahr wird Winkelmeier 60 Jahre alt – und will vorzeitig aufhören.
von  dpa
Der Chefsessel der BayernLB wird 2027 frei. (Archivbild)
Der Chefsessel der BayernLB wird 2027 frei. (Archivbild) © Andreas Gebert/dpa

Die BayernLB muss sich auf die Suche nach einem neuen Chef machen: Der seit 2019 amtierende Vorstandsvorsitzende Stephan Winkelmeier wird nächstes Jahr sechzig und will zum 30. September 2027 vorzeitig aufhören. "Die Eigentümer und der Aufsichtsrat der BayernLB bedauern seine Entscheidung sehr", teilte die BayernLB mit; zuerst hatte das Fachmedium "Finanz-Szene" berichtet. "Über die Nachfolge von Stephan Winkelmeier werden die Gremien der Bank zu gegebener Zeit entscheiden." Der Vertrag des obersten Landesbankers läuft noch bis 2029. 

Erfolgreiche Jahre bei der BayernLB 

Die Kür eines neuen Vorstandsvorsitzenden ist Sache des Aufsichtsrats, dem auch drei Spitzenbeamte des Finanzministeriums angehören - die Landesbank gehört zu 80 Prozent dem Freistaat und zu 20 Prozent den bayerischen Sparkassen. Mit dem aus Regensburg stammenden Winkelmeier an der Spitze hat die BayernLB zuletzt sehr erfolgreiche Jahre hinter sich, bei der Belegschaft ist er angesehen. Den Großteil der Gewinne erwirtschaftet aber nicht die eigentliche Landesbank, sondern die Berliner Online-Bank DKB als wichtigste Tochtergesellschaft. 

Spezialist für Krisenmanagement 

Vor seiner Berufung zum BayernLB-Chef war Winkelmeier viele Jahre mit Krisenbewältigung beschäftigt. Die Landesbank war in den 2000er Jahren mit der Übernahme der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria in eine schwere Krise geschlittert, Winkelmeier war von 2010 bis 2014 als Finanzvorstand der BayernLB maßgeblich an der Sanierung beteiligt. Eine Folge der damaligen Krise ist, dass heute keine Politiker mehr im Aufsichtsrat der Landesbank mehr sitzen. 

Manager will nicht bei der BayernLB alt werden 

Anschließend wechselte er für ein Zwischenspiel als Chef zur bundeseigenen "Bad Bank" FMS Wertmanagement und leitete dort die Abwicklung des Problemportfolios der 2010 verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate. 2019 kehrte Winkelmeier zur BayernLB zurück. Bekannt ist der Bankier unter anderem für außerordentlich vorsichtige Geschäftsprognosen, die die BayernLB in den vergangenen Jahren schlussendlich immer übertroffen hat. Weit weniger zurückhaltend ist der Manager in seiner sonstigen Wortwahl: "Wir haben vor, nicht hier zu sitzen, bis wir alle Verwesungsgeruch haben", deutete Winkelmeier einst den Abschied von der FMS Wertpapiermanagement an. Nach diesem Muster plant Winkelmeier nun offenkundig auch seinen frühen Auszug aus dem Chefbüro der BayernLB.

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