Bayern: Warum ein Lebensretter seine Auszeichnung zurückgibt

Aus Protest gegen den Umgang mit Seenotrettern im Mittelmeer hat Jürgen Müller seine Lebensretter-Medaille in der Staatskanzlei zurückgeben. Er selbst hatte ein Kind vor dem Ertrinken gerettet. 
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Jürgen Müller steht nach seinem Termin, bei dem er seine Lebensretter-Medaille zurückgegeben hat, vor dem Eingang der Staatskanzlei.
Peter Kneffel/dpa Jürgen Müller steht nach seinem Termin, bei dem er seine Lebensretter-Medaille zurückgegeben hat, vor dem Eingang der Staatskanzlei.

Nürnberg - Aus Protest gegen den staatlichen Umgang mit Seenotrettern im Mittelmeer hat ein Franke am Montag seine Lebensretter-Medaille in der Staatskanzlei in München zurückgeben. Dort sprach er auch 45 Minuten mit Florian Herrmann (CSU), dem Leiter der Staatskanzlei. Er sei froh, diesen "Fremdkörper der Auszeichnung" endlich loszuhaben, sagte Jürgen Müller, ein 55-jähriger Familienvater und Ingenieur, aus Eckental (Landkreis Erlangen-Höchstadt) anschließend.

Müller hatte 2006 bei einem Kanu-Ausflug im Bayerischen Wald mit anderen Eltern und Kindern, ein Mädchen aus dem eiskalten Wasser gerettet. Dessen Vater starb damals.

Lebensretter sieht Widerspruch

Die Ehrung habe sich für ihn immer falsch angefühlt, sagt Müller. Er sieht einen Widerspruch darin, dass er für die Rettung eines Mädchens aus einem bayerischen Fluss geehrt wurde, während Seenotretter im Mittelmeer diskriminiert und strafrechtlich verfolgt werden. Dabei sei ein Leben immer gleich viel wert.

Diesem Gedanken habe auch Herrmann zugestimmt, sagte Müller. Auch wenn er sich vom Gespräch mehr konkrete Maßnahmen gegen Fluchtursachen erhofft hätte, habe er sein Ziel erreicht: "Es war mir wichtig den Mund aufzumachen", dafür habe er viel positives Feedback erhalten.

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