Bayern und Tirol: So viel müssen Skifahrer heuer für die Pistengaudi zahlen
Der frische Schnee, die Berge quasi vor der Haustür und die Bretter unter den Füßen. In Bayern zieht es garantiert auch heuer wieder viele auf die Skipiste. Der Wintersport ist allerdings nicht ganz günstig und könnte in dieser Saison noch teurer werden. Denn: Viele beliebte Gebiete erhöhen ihre Ticketpreise. Grund dafür seien die steigenden Kosten insbesondere in den Bereichen Personal, Energie, Instandhaltung und Betrieb der Anlagen, heißt es seitens der Betreiber.
Sudelfeld, Brauneck, Spitzingsee
Der Verband Alpen Plus legte bereits Mitte Oktober die Ticketpreise der Wintersaison 2026/27 vor. Zu den vertretenen Gebieten gehören Spitzingsee-Tegernsee, Sudelfeld (Bayrischzell) und Brauneck (Lenggries). Die Preise für die gebietsspezifischen Karten erhöhen sich um rund vier Prozent.

Heißt konkret: In Spitzingsee-Tegernsee steigt der Preis einer Erwachsenen-Tageskarte um zwei Euro auf 53 Euro. Die Kindertageskarte kostet 25 Euro und damit einen Euro mehr als im Vorjahr. Die Tageskarten in den Gebieten Sudelfeld und Brauneck steigen um den gleichen Betrag auf 55 Euro für Erwachsene und 27 Euro für Kinder.
Sparen kann man mit dem Saison-Skipass. Mit diesem lassen sich alle drei Skigebiete sowie die Wallbergbahn nutzen. Im vergünstigten Vorverkauf bis zum 21. November kostet dieser 465 Euro, danach 520 Euro. "Wir wissen, wie wichtig faire und nachvollziehbare Preise für unsere Gäste sind. Deshalb freuen wir uns besonders, dass wir die Preise für unsere Saisonkarten stabil halten können", sagt der Sprecher der Alpen-Plus-Gebiete, Egid Stadler. "Gleichzeitig ermöglicht die moderate Anpassung bei den Gebietskarten, unseren Gästen weiterhin einen sicheren und hochwertigen Skibetrieb zu bieten."
So teuer wird's im Allgäu und in Garmisch
Wer zum Skifahren ins Allgäu fährt, muss ebenfalls etwas tiefer in die Tasche greifen. Im Gebiet Oberstdorf/Kleinwalsertal erhöhen sich die Kosten der Tagestickets um vier Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder. Die Preise liegen damit bei 72,90 Euro und 31,30 Euro. In Balderschwang liegt der Preis für eine Erwachsenen-Tageskarte bei 49 Euro, bei Kinderkarten sind es 24 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es also eine Erhöhung von vier Euro beziehungsweise 2,50 Euro.
Auch in anderen beliebten Skigebieten erhöhen sich die Preise. Im Gebiet Garmisch-Classic liegt der Preis für Tageskarten bei 72 Euro für Erwachsene und 31 Euro für Kinder. An der Zugspitze zahlen Erwachsene 78 Euro, Kinder 34 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise um neun Euro beziehungsweise 4,50 Euro.
Online kaufen lohnt sich
Tickets für die Wintersaison könnten ab Mitte November allerdings auch im Webshop gekauft werden. In Garmisch-Classic ist der Preis dann um drei Euro für Erwachsene beziehungsweise 50 Cent für Kinder günstiger. Für die Zugspitze spart ein Erwachsener durch den Online-Kauf sogar 7,50 Euro.

Die Saisonpässe sind ausschließlich vor Ort erhältlich und belaufen sich für beide Skigebiete auf 661 Euro für Erwachsene und 220 Euro für Kinder. Für das Gebiet Garmisch-Classic allein ist ebenfalls ein Winterpass erhältlich. Dieser kostet 507 Euro und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um zehn Euro erhöht. Für Kinder zahlt man 130 Euro.
Tirol: Günstigere Tickets in der Vor- und Nachsaison
Auch in der beliebten Urlaubsregion Tirol ziehen die Preise an. Hier gibt es zwar mehr Pistenkilometer zu befahren, Geld spart man in den Gebieten Ischgl und Sölden aber trotzdem eher nicht. In Ischgl steigen die Preise um rund 5,5 Prozent. Die Tageskarte für Erwachsene kostet damit 83 Euro. Für eine Kindertageskarte werden 51 Euro fällig.
Vergünstigte Tickets gibt es in der Vor- und Nachsaison für Skipässe ab einer Gültigkeitsdauer von zumindest fünf beziehungsweise vier Tagen. Die Ermäßigung beträgt hier zwischen zehn und 15,6 Prozent im Vergleich zum Normaltarif. Das Gebiet Sölden hat etwas teurere Preise. Erwachsenen- und Kindertageskarten kosten hier 84,50 Euro beziehungsweise 46,50 Euro.
Spartipps für den Skiausflug
Um die Tickets zu den bestmöglichen Preisen zu bekommen, empfiehlt ein Sprecher der Bergbahnen Sölden, diese frühzeitig über den zuständigen Online-Shop zu kaufen. Auf der Webseite des DSV aktiv gibt es noch mehr Tipps für das günstige Skifahren.
Wer häufig auf der Piste unterwegs ist, sollte sich eine Saisonkarte kaufen. Ab wann sich diese lohnt, lässt sich leicht ausrechnen: Der Preis der Saisonkarte geteilt durch den Preis einer Tageskarte ergibt die Zahl der Skitage, ab der sich die Karte bezahlbar macht. Die Schwelle liegt in den meisten Gebieten zwischen zehn und 14 Tagen. Jeder weitere Tag ist im Prinzip geschenkt. Auch lohnen sich Mehrtagestickets in der Haupt- oder Nebensaison und Verbundkarten, die für mehrere Gebiete gelten.
Allgemein gilt: Skitickets früh buchen, den passenden Skipass kaufen (oft reichen Vormittags-, Nachmittags- oder Stundenkarten) und die Nebensaison und Wochentage nutzen.

Tipps für die Anfahrt
Der DSV aktiv rät zudem, auf das Auto zu verzichten. Denn Sprit- und Parkgebühren häufen sich schnell an. Zum Beispiel Lenggries (Skigebiet Brauneck), Bayrischzell (Skigebiet Sudelfeld), Schliersee (Skigebiet Spitzingsee), Garmisch-Partenkirchen (Skigebiet Garmisch und Zugspitze) und Oberstdorf (Skigebiet Oberstdorf-Kleinwalsertal) erreicht man "bequem mit dem Regionalzug", heißt es vonseiten des DSV aktiv. Und: "Wer ein Deutschlandticket hat, fährt im Nahverkehr sogar ohne Aufpreis bis zum Ausgangsort. Skibusse, die mit gültigem Skipass meist kostenlos sind, shutteln Wintersportler dann direkt zur Bergbahn."
Für Skifahrer aus dem Großraum München lohnt sich besonders der MVV-Skipass. Dieser bündelt Hin- und Rückfahrt per Bahn und Bus mit einem Tagesskipass für die Gebiete Brauneck, Spitzingsee, Sudelfeld, Garmisch-Classic und die Zugspitze. In der Vergangenheit zahlte man für das Ticket je nach Gebiet zwischen 64,50 Euro und 79 Euro. Für Gruppenausflüge lohnt sich das Bayern-Ticket oder die gemeinsame Anfahrt mit dem Auto. Sprit- und Parkkosten werden so geteilt.
Noch ein Hinweis für Wanderer
Wer nicht aufs Skifahren warten will, sondern lieber in den Bergen wandern geht, muss sich bereits auf Schneekontakt einstellen. Schon in der Nacht zum Donnerstag fiel in den Alpen oberhalb von etwa 1.800 Metern Neuschnee, wie der DAV mitteilte. An einzelnen Messstationen wurden "bis zu 30 Zentimeter" gemessen. Für Samstag wurden weitere Schneefälle erwartet, die Schneefallgrenze sinke "zeitweise auf 1.500 bis 1.800 Meter".
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