Bayern und Kroatien wollen mehr Tempo für Gas-Pipeline

Bayern will sich bei der Suche nach Energie nicht nur auf Lieferungen aus dem Norden verlassen – sondern hofft auch auf Flüssiggas und Wasserstoff von einer kroatischen Insel. Doch das dauert.
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Markus Söder (l) trifft in Zagreb den kroatischen Premierminister Andrej Plenković.
Markus Söder (l) trifft in Zagreb den kroatischen Premierminister Andrej Plenković. © Christoph Trost/dpa
Zagreb

Bayern und Kroatien wollen gemeinsam Tempo machen und Druck auf die Europäische Union ausüben, um den Plan für Gas- und Wasserstoffpipelines von der Insel Krk nach Norden bis in den Freistaat schneller als bisher voranzubringen. Das machten Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der kroatische Regierungschef Andrej Plenković nach einem Treffen in der kroatischen Hauptstadt Zagreb deutlich.

Es brauche mehr Tempo in Europa und klar Vorfahrt für Energie, sagte Söder. Die Planungsprozesse müssten deutlich beschleunigt werden – darauf werde Bayern in Berlin und in Brüssel drängen. "Wir müssen dieses Projekt zu einem vordringlichen Projekt machen." Plenković kündigte weitere Gespräche auch mit Slowenien und Österreich an. Auf die Frage, wann das Projekt Realität werden könnte, sagte er, man hoffe bis in zwei Jahren. Söder sagte, in zwei bis drei Jahren solle mit der Pipeline begonnen werden.

Pipeline-Pläne gibt es schon lange

Die Pläne, über eine Pipeline Energie aus dem Süden durch Slowenien und Österreich bis nach Bayern zu bringen, gibt es bereits seit Jahren; es geht aber bislang offenkundig nicht so schnell voran wie einst erhofft. Im Jahr 2022 hatten Söder und der damalige österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer Plenković auf Krk getroffen und für das Projekt geworben.

Vor Krk befindet sich ein sogenanntes LNG-Terminal, in dem Flüssiggas wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt und ins Netz eingespeist wird. Kroatien deckt seinen Erdgasbedarf längst selbst – und will das überschüssige Gas seinen Nachbarländern zur Verfügung stellen. In Zukunft sollen das Terminal und die Infrastruktur auch für die Nutzung von flüssigem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien angepasst werden können.

Plenković: Kapazität mehr als verdoppelt

Plenković berichtete, Kroatien habe die Kapazität des LNG-Terminals auf Krk schon von 2,9 auf 6,1 Milliarden Kubikmeter pro Jahr gesteigert und damit mehr als verdoppelt. Der eigene Bedarf liege bei 2,7 Milliarden Kubikmetern.

"Der Rest ist verfügbar", sagte der Premierminister. Ziel sei, über die Pipeline zur Energiesicherheit in den Nachbarstaaten beitragen zu können.

2022 warben Bayern, Kroatien und Österreich gemeinsam

Man wolle sich "bei der Stärkung der Energiesicherheit, der Diversifikation der Energiequellen sowie der Sicherung der Versorgungssicherheit mit natürlichem Erdgas und Wasserstoff" unterstützen, hieß es schon im Jahr 2022 in einer gemeinsamen Erklärung der drei Partner. Auf Krk solle deshalb "ein Knotenpunkt für die europäische Energieversorgung der Zukunft" entstehen. "Unser Ziel ist vor allem, grünen Wasserstoff auf Dauer nach Bayern zu bringen", hatte Söder damals als Ziel ausgegeben.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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