Bayern soll drei Fusionsreaktoren bekommen

Die CSU setzt in Bayern auf den Bau von drei Fusionsreaktoren zur Energiegewinnung. Das teilte Ministerpräsident und Parteichef Markus Söder bei der Klausur der CSU-Landtagsabgeordneten im oberfränkischen Kloster Banz mit. Bisher gibt es weltweit noch keinen Fusionsreaktor.
"Wir wollen da ein absolut internationaler Player sein", betonte Söder. Er sagte auf Nachfrage, dass Bayern hier eng mit dem Bund kooperiere. Derartige Projekte seien nicht über Nacht umsetzbar, die Weichen würden aber in diesem Jahr gestellt.
"Alpha" in Garching bei München und "Stellaris" in Gundremmingen
Konkret sehen die Planungen den Bau eines Demonstrationsreaktors in Garching bei München vor. Dort erforscht das Projekt "Alpha" noch, wie eine kommerzielle Nutzung der Magnetfusions-Technologie machbar ist - also dass mehr Energie rauskommt, als reingesteckt wird. In Gundremmingen wiederum soll auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks bereits der Bau des ersten kommerziellen Fusionsreaktors - technisch identisch zu Garching - vorangetrieben werden.
Söder will auch einen Laserreaktor in "Südbayern"
Die Anlage des Projektes "Stellaris" könnte nach Einschätzung von Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) schon in etwa 15 Jahren in Betrieb gehen, wie die "Augsburger Allgemeine" berichtete. Laut Söder gibt es ferner den Wunsch, in Südbayern einen kommerziellen Fusionsreaktor mit Lasertechnologie an den Start zu bringen. Hierzu seien aber weitere Details noch nicht spruchreif.
Blume sieht weltweites Wettrennen bei Fusionstechnologie
"Geschwindigkeit bei der Fusion ist jetzt alles", sagte Blume der Deutschen Presse-Agentur in München. Es gebe ein weltweites Wettrennen bei der Erforschung wie Nutzung der Technologie. "Da wollen wir dabei sein." Auf Nachfrage betonte Blume, in Garching könne der Reaktor bis Anfang der 30-er Jahre stehen, er solle Teil der Hightech-Agenda Deutschland sein. In Gundremmingen werde das Projekt von privaten Investoren vorangetrieben.
Auch die anderen ehemaligen Atomkraftwerkstandorte sollen laut Söder in Zukunft für Neuansiedlungen neuer Technologien genutzt werden. Dort gebe es Energieleitungen und damit Energieversorgung in maximaler Form, um erfolgreich zu sein.