Bayern lockt Landärzte mit Stipendien für EU-Studium
Auf der Suche nach Landärzten fördert Bayern nun auch angehende Medizinerinnen und Mediziner mit einem Studienplatz außerhalb Deutschlands. "Mit einem eigens aufgelegten Stipendienprogramm ermöglicht der Freistaat bis zu 100 jungen Menschen ein Medizinstudium im EU-Ausland, wenn diese sich verpflichten, später für einen gewissen Zeitraum im ländlichen Raum in Bayern als Fachärztin oder Facharzt zu arbeiten", sagte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU).
Der Vorteil: an bestimmten europäischen Universitäten gibt es keinen Numerus Clausus (NC), für den Bestnoten im Abitur erforderlich sind. Wer ein Stipendium ergattert hat, erhält laut Gerlach über einen Zuschuss zu den an ausländischen Hochschulen anfallenden Studiengebühren in Höhe von bis zu 10.000 Euro pro Semester.
77 Stipendien sind noch zu haben
23 Plätze wurden der Mitteilung zufolge bereits vergeben. Nun könnten noch 77 Personen im Wintersemester 2026/2027 ein gefördertes Studium aufnehmen. Neun Plätze davon seien für angehende Kinder- und Jugendpsychiater reserviert, da es gerade in diesem wichtigen und sensiblen Bereich an Nachwuchs fehle, so Gerlach.
Bewerbungsphase in Salzburg und Split
Für das Wintersemester 2026/2027 läuft nach Angaben Gerlachs die Bewerbungsphase für eine private Universität in Salzburg, die Phase für die Hochschule im kroatischen Split beginnt demnächst. Beide kooperierten mit Krankenhäusern in Bayern - eine Voraussetzung für die Förderung. Denn mindestens die Hälfte der Studienzeit müssten Stipendiatinnen und Stipendiaten am Standort der bayerischen Klinik verbringen, sagte die Ministerin. Zudem müssten sie sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums sich zum Facharzt in Bayern weiterzubilden und danach mindestens fünf Jahre hier auch im ländlichen Raum tätig zu sein.
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