Bayern in Zahlen 2020: Mehr Tote, weniger Gäste

Weniger Gäste, weniger Einwohner, mehr Tote in stark von der Pandemie betroffenen Kreisen: Das Statistische Jahrbuch 2020 ist geprägt von Corona. Doch es gibt auch positive Entwicklungen
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Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration.
Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Fast 700 Seiten dick ist das neue Statistische Jahrbuch für Bayern, das Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am heutigen Montag vorgestellt hat. "In der Pandemie zeigt sich, wie wichtig es ist, verlässliche Zahlen zu haben", sagte Herrmann, um die "Lage im Land vernünftig beurteilen zu können".

Und wie ist die Lage im Freistaat? So viel kann man zum Jahr 2020 schon sagen: Corona bremst das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Automobilbranche und auch die Bevölkerungszahlen. Die Einwohnerzahl stagniert erstmals seit vielen Jahren, die Sterbefallzahlen steigen und die Arbeitsplätze werden weniger.

Zum Ende des ersten Halbjahres 2020 hatte der Freistaat 13.123.566 Einwohner und somit 1.171 Personen weniger als zu Jahresbeginn, so der Minister.

Mehr Tote in Bayern wegen Corona

Von März bis Mai 2020 seien in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Wunsiedel, Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 30 Prozent mehr Menschen gestorben.

Die zweite, stärkere Corona-Welle seit Oktober ist dabei noch gar nicht berücksichtigt, weil die statistischen Daten hierfür noch nicht ausgewertet sind.

Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten, etwa weniger Verkehrstote. Die AZ hat ein paar Zahlen herausgepickt:

  • 4.624.000 Bayern waren 2019 Mitglied in einem Sportverein. Im Vorjahr waren es noch gut 21 000 weniger. Übrigens: In Bayern gibt es 16 Schlittenhund- und 4510 Fußballvereine.
  • 541 Menschen sind 2019 in Bayern durch Verkehrsunfälle ums Leben gekommen. 2010 waren es noch 697. Innenminister Herrmann hofft, dass man 2020 unter 500 Verkehrstoten bleibe, was auch wegen weniger Verkehr während der Pandemie gut möglich sei.
  • 100.911.480 Gästeübernachtungen sind im Statistischen Jahrbuch für das Jahr 2019 im Freistaat verzeichnet. Im Vorjahr waren es noch 98,7 Millionen. Im Jahr 2020 folgte dann coronabedingt ein deutlicher Einbruch: Die Zahl der Gästeankünfte ging von Januar bis Oktober um fast 44 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2019 zurück, so Herrmann.
  • 35.583 Bayern waren 2019 in Gartenbau und Floristik tätig. Im Vorjahr waren es noch 34.819.
  • 1522,7 Hektar Weinberge sind 2019 mit der Sorte Grüner Silvaner bepflanzt gewesen. Diese Sorte wird damit am häufigsten in Bayern angebaut. Auf Platz zwei: Müller-Thurgau.
  • 5.590.000 Tonnen Zuckerrüben sind 2019 in Bayern geerntet worden. Nur in Niedersachsen waren es noch mehr: 7.66.9 000 Tonnen.
  • 115.296 Arbeitslose gab es im März 2020 in Bayern - im November dann waren es schon 270 682. Im März des Vorjahres gab es 128 414 Arbeitslose.
  • 9.645 Kindertageseinrichtungen gibt es seit diesem Jahr in Bayern - ein weiterer Anstieg (2019 waren es 9510). Nun stünden laut Innenminister 663.264 Betreuungsplätze zur Verfügung.
  • 20.977 Menschen sind 2019 in Bayern eingebürgert worden, davon kamen 2087 aus dem Vereinigten Königreich und 2019 aus der Türkei. 2018 waren es nur 18.062 Menschen.
  • 128.227 Kinder sind im Jahr 2019 in Bayern auf die Welt gekommen. Das ist die höchste Zahl seit 1997. Von Januar bis August 2020 wurden laut Herrmann 85.740 Kinder in Bayern geboren.
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