Bayern bei barrierefreien Bahnhöfen auf viertletztem Platz

München (dpa/lby) - Menschen in fortgeschrittenem Alter und mit Behinderungen haben es an Bahnhöfen in Bayern besonders schwer. Beim Anteil stufenlos zugänglicher Bahnsteige liegt der Freistaat im Ländervergleich mit knapp 80 Prozent auf dem viertletzten Platz, wie das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene am Mittwoch mitteilte.
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Ein Finger drückt eine Ruftaste für Rollstuhlfahrer auf einer Info-Säule. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild
dpa Ein Finger drückt eine Ruftaste für Rollstuhlfahrer auf einer Info-Säule. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild

München (dpa/lby) - Menschen in fortgeschrittenem Alter und mit Behinderungen haben es an Bahnhöfen in Bayern besonders schwer. Beim Anteil stufenlos zugänglicher Bahnsteige liegt der Freistaat im Ländervergleich mit knapp 80 Prozent auf dem viertletzten Platz, wie das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene am Mittwoch mitteilte. Niedriger ist dieser Wert demnach nur im Saarland, in Hessen und in Thüringen.

Zwar hat sich der Anteil der stufenlos zugänglichen Bahnsteige im Freistaat nach Angaben des Verkehrsbündnisses im Vergleich zu 2017 um fast fünf Prozentpunkte erhöht. Damit liegt Bayern aber weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt von 83,5 Prozent. "Die bayerische Politik sollte das schlechte Abschneiden als Weckruf verstehen, die Ausstattung der Bahnhöfe mit Aufzügen, Rolltreppen und Rampen schnell zu verbessern", sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene.

Ohne fremde Hilfe den Zug erreichen zu können werde angesichts der demografischen Entwicklung immer wichtiger, so Flege. Von einem wirklich behindertengerechten Bahnreisen sei man aber auch dann noch immer ein Stück weit entfernt. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht, gibt es in Bayern zum Beispiel nur an 427 von 916 Halten an jedem Bahnsteig taktile Blindenleitstreifen. Der Weg dorthin ist nur an 324 Bahnhöfen mit einem Leitsystem für Sehbehinderte ausgestattet, das ist ein Anteil von gut 35 Prozent.

Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) bezeichnete den Abbau von Barrieren beim Bahnfahren in einer Stellungnahme als große Herausforderung. "Obwohl für den barrierefreien Ausbau von Bahnstationen verfassungsgemäß der Bund und nicht der Freistaat in der Verantwortung steht, nehmen wir schon seit Jahren freiwillig selbst erhebliche Fördermittel in die Hand, um den Ausbauprozess zu beschleunigen", so Schreyer.

Rückenwind erhält Schreyer von Matthias Gastel, einem der Initiatoren der Bundestagsanfrage der Grünen-Fraktion. "Es ist ein Unding, dass Verkehrsminister (Andreas) Scheuer (CSU) bis heute nicht in der Lage ist, ein klares Ziel für Barrierefreiheit im Bahnverkehr auszugeben. Bayern ist wie viele andere Bundesländer bemüht, beim Thema Barrierefreiheit im Bahnverkehr voranzukommen", sagte er der dpa. Scheuers Verhalten gegenüber den Ländern sei "in dieser Frage katastrophal".

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