Bayerischer Fußballverband: Wie oft werden in Bayern Schiedsrichter angegangen?

Nach der Attacke auf einen 13-jährigen Amateur-Linienrichter bei einem Kreisklassenspiel in Trudering nennt der Bayerische Fußballverband in der AZ Zahlen: So oft werden Schiedsrichter attackiert.
| AZ/ls
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München - Nach dem Skandalspiel vom Sonntag haben sowohl der Verein als auch der Bayerische Fußballverband (BFV) mit der Aufarbeitung begonnen. Am Mittwoch wird sich der Vorstand des FC Stern mit dem Fall befassen, teilte der Verein AZ auf Nachfrage mit.

BFV: "Noll-Toleranz-Politik bei Gewalt"

Seit Sonntagabend liegt der Vorfall bereits beim Kreissportgericht, das "schnellstmöglich" ein Urteil fällen wird, teilte der BFV mit.

Der BFV stellte klar, dass er grundsätzlich beim Thema Gewalt eine Null-Toleranz-Politik verfolge: "Gewalt auf dem Fußballplatz, Beleidigungen oder Angriffe gegen den Schiedsrichter sind nicht hinnehmbar", schrieb der Verband auf Anfrage. 

So oft werden Spiele in Bayern abgebrochen

Glücklicherweise sind derlei Vorfälle aber in Bayerns Amateurligen die Ausnahme. 234.279 Spiele wurden in der Saison 2018/2019 mit einem Spielbericht erfasst (das sind 87 Prozent aller stattgefundenen Spiele). Dabei haben die Sportgerichte in Bayern 67 Spielabbrüche (Verletzung der Platzdisziplin durch Zuschauer, Tätlichkeiten gegen Spieler und Schiedsrichter) verhandelt. Im Schnitt ist es also bei ca. 0,029 Prozent aller Spiele zu einem Spielabbruch gekommen.

In Bezug auf Gewalt gegen Schiedsrichter wurden in diesem Zeitraum 225 Fälle von Tätlichkeiten oder Beleidigungen gemeldet. In der Relation also bei gerade einmal 0,096 Prozent der Spiele.

Linienrichter geschlagen: Das droht dem Spieler

Wie berichtet hatte am Sonntag beim Spiel TSV Trudering gegen FC Stern ein Spieler einen 13-jährigen Amateur-Linienrichter nach Abpfiff geohrfeigt. Der Verband betont: "Es gibt keine Pauschalurteile. Jeder Fall wird für sich bewertet".

Grundsätzlich steht den Sportgerichten ein Strafmaß bis zum Verbandsausschluss von einzelnen Spielern oder Vereinen zur Verfügung. Zudem können neben der eigentlichen Strafe auch weitere Auflagen, wie etwa die verpflichtende Teilnahme an einem Anti-Gewalt-Kurs oder abzuleistende Sozialstunden, gemacht werden.

Unabhängig von einer etwaigen Strafe für den Spieler: "Für den Jugendlichen wird es von Seitens des Vereins eine Entschuldigung und ein Geschenk geben", erklärt "FC Stern"-Geschäftsführer Helmut Matkowitz.

Lesen Sie hier: Weber fliegt erneut - Hat der TSV 1860 ein Fairness-Problem?

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