Bayerische Wirtschaft "in konjunktureller Schleichfahrt"

München (dpa/lby) - Die Talfahrt der bayerischen Wirtschaft scheint vorerst gestoppt, aber ein neuer Aufschwung ist nicht in Sicht. "Das Sorgenkind bleibt die Industrie, die weiter in der Rezession steckt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK), Manfred Gößl, am Mittwoch in München.
| dpa
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München (dpa/lby) - Die Talfahrt der bayerischen Wirtschaft scheint vorerst gestoppt, aber ein neuer Aufschwung ist nicht in Sicht. "Das Sorgenkind bleibt die Industrie, die weiter in der Rezession steckt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK), Manfred Gößl, am Mittwoch in München.

Bei den Geschäftserwartungen der bayerischen Unternehmen hielten sich Optimisten und Pessimisten die Waage. Allerdings habe die Umfrage des BIHK dazu bis kurz vor Ausbruch des Coronavirus stattgefunden: "Wenn wir jetzt fragen würden, könnt's ein bissl negativer aussehen", sagte Gößl. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland könnte durch das Virus um 0,1 Prozent geringer ausfallen.

"Die Wirtschaftspolitik entwickelt sich zum größten Geschäftsrisiko für die Firmen", werde schon in einem Atemzug mit dem Fachkräftemangel genannt, sagte Gößl. Die deutschen Unternehmenssteuern seien mit rund 33 Prozent weit über dem internationalen Niveau von 25 Prozent, erklärte BIHK-Präsident Eberhard Sasse. Zugleich habe Deutschland auch noch die höchsten Industriestrompreise in Europa. An einem solchen Standort "kann die Industrie nicht wettbewerbsfähig sein".

Die ostbayerische Chemieindustrie, Infineon in Regensburg oder die Autobauer brauchten viel Strom. Bei der Chemieindustrie gebe es eine "stille Abwanderung", sie investiere im Ausland, bei Infineon spiele die Musik in Malaysia. "Wir haben eine Investitionsflaute. Hier geht nichts vorwärts", sagte Gößl.

Die Autoindustrie kämpfe mit dem Umbruch durch Digitalisierung und Elektro-Autos, die Industrie baue Beschäftigung ab. Insgesamt dürfte die Beschäftigung in Bayern noch etwas zunehmen, aber zugleich steige auch die Arbeitslosenquote. Wachstumsmotoren seien der Wohnungsbau und der staatliche und private Konsum, in Bayern wie in Deutschland.

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