Bayerische Männer weniger bei Krebsvorsorge während Corona

Das sehen bayerische Männer vermutlich nicht gern: Sie sind auf dem letzten Platz. Und das bei einem wichtigen Thema: der Krebsvorsorge.
| AZ/dpa
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Ein Mitarbeiter betrachtet in einem Kontrollraum des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf einem Monitor das Querschnittsbild einer Prostata.
Ein Mitarbeiter betrachtet in einem Kontrollraum des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf einem Monitor das Querschnittsbild einer Prostata. © Uwe Anspach/dpa/Archivbild

München - Wegen der Corona-Pandemie sind nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern weniger Männer zur Krebsvorsorge gegangen. "Bayerns Männer: Sie sind und bleiben Krebsvorsorgemuffel", schreibt die TK in einer Pressemitteilung. Im ersten Halbjahr 2020 nahmen 10,6 Prozent der bei der TK versicherten Männer einen Früherkennungstermin wahr. Das seien rund zwei Prozentpunkte weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

"Die bayerischen Männer rutschen damit im Bundesländervergleich vom vorletzten auf den letzten Platz", sagte Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. Krebs ist laut TK bei den Männern im Freistaat für jeden vierten Todesfall verantwortlich. Ob die Zahlen im dritten und vierten Quartal ebenfalls rückläufig waren, stehe erst im Frühsommer dieses Jahres fest, wenn der Krankenkasse die Daten vorliegen.

Auch bei den bayerischen Frauen ging die Quote im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozentpunkte zurück, auf 25,4 Prozent. Im Ländervergleich rutschten die Frauen im Freistaat allerdings von Platz 14 auf Platz sieben. Krebs ist der Krankenkasse zufolge bei den Frauen für jeden fünften Todesfall verantwortlich.

Die TK hat die Vorsorgedaten in Bayern von knapp 900 000 anspruchsberechtigten Versicherten ausgewertet; bundesweit von rund sieben Millionen. Deutschlandweit gingen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr auch zurück.

Auch die Barmer geht von einem Rückgang der Krebsvorsorgeuntersuchungen wegen Corona aus. "Ich empfehle allen, die ihre Krebsvorsorge aus Angst vor einer Infektion oder wegen eingeschränkt geöffneter Arztpraxen verschoben haben, die wichtigen Untersuchungen so bald wie möglich nachzuholen", sagte Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern. "Keinesfalls sollte hiermit auf das Ende der Pandemie gewartet werden, im Ernstfall könnte dadurch wertvolle Zeit verloren gehen."

© dpa-infocom, dpa:210204-99-295326/2

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