Axel Milberg: "Bin sehr gern weniger sichtbar"

Schauspieler Axel Milberg ("Tatort", "Familie Bundschuh") will keine Rollen spielen, bei denen er überwiegend liegen muss. "Ich versuche – aber das ist mir Gott sei Dank auch noch nicht angeboten worden –, Rollen im Liegen zu vermeiden: den Patienten im Krankenbett oder den Opa, der nicht mehr nach Hause findet", sagte der 70-Jährige, der heute Geburtstag hat, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Die Frage, ob mit 70 Dinge besser seien als mit 50 oder 30, verneinte Milberg. "Aber es behandelt mich auch keiner wie einen 70-Jährigen, wo man sagt "Opa braucht seinen Mittagsschlaf" oder so." Sicher sage er allerdings heute manches ab, für das er früher zur Verfügung stand. "Ich habe zum Beispiel früher öfter einen oder zwei Tage in einem Kinofilm mitgewirkt, um ein Projekt zu unterstützen, weil ich mit dem Regisseur befreundet war oder der Regisseurin. Das mache ich nicht mehr, denn ich bin sehr gerne weniger sichtbar", sagte der Schauspieler, der in München lebt.
Auch seine Rollen-Auswahl hat sich nach Angaben des langjährigen "Tatort"-Kommissars mittlerweile verändert. "Ich mache keine apolitischen Filme mehr, die der reinen Unterhaltung dienen, obwohl ... es darf auch gelacht werden", sagte Milberg. Früher sei er zudem misstrauischer gegenüber dem Begriff Held gewesen.
Heute gebe es allerdings Helden, die er spielen würde. "Es gibt ja viele Helden, die gar keine Helden sein wollten, die spontan gesagt haben: Ich halte jetzt nicht die Klappe, ich schaue da jetzt hin, ich kann nicht anders – koste es, was es wolle. (Alexej) Nawalny zum Beispiel, oder im Iran, der Türkei, in Amerika – überall gibt es Märtyrer."
Milberg ist bald wieder im Kino zu sehen: Am 17. September mit "Adams Acht". Der gebürtige Kieler spielt darin den damaligen Präsidenten des Deutschen Ruderverbands, Walter Wülfing. Der Film erzählt die Geschichte des legendären Ruder-Achters aus Ratzeburg, der als Außenseiter unter dem Trainer Karl Adam bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom gewann.