Märchenhaft: Das sind die beliebtesten Winter-Wandergebiete in Bayern

Vier der zehn beliebtesten Wander-Regionen in der kalten Jahreszeit liegen in Bayern: Das zeigt eine aktuelle Auswertung. Die AZ stellt sie vor – und gibt Tipps, wo man sonst noch bei Schnee und Eis hervorragend entlangspazieren kann.
Lisa Marie Albrecht
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Ausgezeichnetes Naturwunder: Die Breitachklamm bei Oberstorf im Allgäu ist auch im Winter wunderschön.
Ausgezeichnetes Naturwunder: Die Breitachklamm bei Oberstorf im Allgäu ist auch im Winter wunderschön. © IMAGO/imageBROKER/Harry Laub (www.imago-images.de)

Die Berge sind immer eine Reise wert. Im Sommer, wenn es überall blüht und die Kühe auf den Weiden stehen. Aber eben auch im Winter, wenn es klirrend kalt ist, der Schnee überall glitzert und unter den Füßen bei jedem Schritt ein monotones Knacken ertönt. Voraussetzung freilich: geeignetes Schuhwerk, gute Selbsteinschätzung und stabile Wetterprognose (Lawinengefahr!). Dann steht der Auszeit in der Natur nichts im Wege.

Wo es besonders malerisch ist, haben kürzlich die Reiseexperten der Münchner Autovermietung Sixt ausgewertet. Das Ergebnis: Vier der zehn beliebtesten Winter-Wandergebiete in ganz Deutschland liegen in Bayern. In die Bewertung flossen unter anderem Google-Suchvolumen, der jährliche Anstieg der Suchanfragen sowie klimatische Merkmale wie die Durchschnittstemperatur im Dezember ein, teilt Sixt mit.

Weit oben: Ein ausgezeichnetes "Naturwunder"

Die bayerische Rangliste führt die Breitachklamm zwischen Oberstdorf und Kleinwalsertal an – sie liegt auf Platz 3 der zehn beliebtesten Wandergebiete (Platz 1: Dauner Maare in Rheinland-Pfalz, Platz 2: Sächsische Schweiz). Sie erreicht auf der Bewertungsskala bis 34 einen Indexwert von 21. "Trotz durchschnittlicher Dezembertemperaturen von etwa -5 Grad bietet die Breitachklamm ein unvergessliches Naturerlebnis", heißt es zur Begründung. "Gefrorene Wasserfälle, schneebedeckte Felsen und die kraftvolle Enge der Schluchten verwandeln die Landschaft in ein beeindruckendes Winterpanorama."

Für die Breitachklamm – die übrigens im vergangenen Jahr zum "Naturwunder des Jahres" gewählt wurde – gibt es mehrere Wanderungen, die der zuständige Verein im Winter empfiehlt. Durch die Untere Klamm geht es etwa vom Parkplatz P1 in Tiefenbach aus (auch per Bus erreichbar) auf dem geräumten Weg zum oberen Ende der Schlucht bis zur Kontrollstelle. Hier sieht man auch den berühmten "Eisvorhang". Die Tour dauert etwa 45 Minuten.

Obacht, Glätte!

Anschließend kann man von der Kontrollstelle aus noch in die Obere Klamm, indem man den Weg zur Walserschanz im Kleinwalsertal nimmt. Nach 20 Minuten kommt man am Parkplatz P2 an. Zurück geht es jeweils auf dem gleichen Weg oder auf dem Rundweg von der Kontrollstelle aus (45 Minuten).

Die Breitachklamm hat derzeit von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Verein weist darauf hin, dass umliegende Wanderwege nicht geräumt sind und es in der Klamm zu Glätte kommen kann. 

Ebenfalls in den Top Zehn: Das märchenhafte Schwangau

Auch im Winter märchenhaft: Schloss Neuschwanstein in Schwangau.
Auch im Winter märchenhaft: Schloss Neuschwanstein in Schwangau. © IMAGO/imageBROKER/Lilly (www.imago-images.de)

Ein Geheimtipp freilich ist die Gemeinde Schwangau im Allgäu mit den weltberühmten Schlössern von König Ludwig II. nicht. Aber eben zurecht aufgrund der ganz besonderen Kulisse ein Touristenmagnet: Und so liegt sie im Ranking der beliebtesten Winter-Wandergebiete in Deutschland gleichauf mit dem Altmühltal auf Platz 4 (ebenfalls aus Bayern vertreten: der Hirschenstein in Rettenbach auf Platz 10).

Die Reiseexperten schwärmen von den Wanderwegen, die einen "entlang glitzernder Seen, durch verschneite Wälder und zu weiten Panoramablicken" führen. Indexwert: 20 von 34. Zum Zauber der Region tragen freilich auch Neuschwanstein und Hohenschwangau bei, die im Winter inmitten der weißen Landschaft besonders strahlen.

Marienbrücke im Winter teils gesperrt

Wer den (Schnee-)Spuren des Kini folgen möchte, dem bietet etwa der Alpsee-Rundweg bei Füssen eine traumhafte Aussicht: Auf einer Länge von 5,2 Kilometern verläuft er unterhalb der beiden berühmten Schlösser. Die Wanderung dauert 1,5 bis zwei Stunden, Startpunkt für Autofahrer ist der Parkplatz P4 in Hohenschwangau, von dort aus dann einfach der Beschilderung folgen. Alternativ kann man auch mit der Bahn anreisen (bis Bahnhof Füssen, dann weiter mit dem Bus bis Hohenschwangau/Königsschlösser).
Obacht! Der Weg ist zwar auch im Winter gut begehbar, man sollte allerdings unbedingt Bergschuhe und gegebenenfalls Wanderstöcke dabei haben, da es rutschig sein kann. Übrigens: Die berühmte Marienbrücke bei Neuschwanstein ist im Winter teils witterungsbedingt gesperrt. Tagesaktuelle Infos dazu unter: www.hohenschwangau.de

"Entspannte Winteratmosphäre": Wandern im Altmühltal

Blick ins Altmühltal.
Blick ins Altmühltal. © IMAGO/imageBROKER/Ralph Portenhauser (www.imago-images.de)

Rund 33.100 monatliche Suchanfragen verzeichnet das Altmühltal zwischen Mittelfranken und Oberbayern der Sixt-Auswertung zufolge – und landet auf Platz 4 der beliebtesten Winder-Wandergebiete Deutschlands. Das Ranking vergibt für die Region einen Indexwert von 20 – für die "Mischung aus beeindruckender Landschaft, historischen Orten und entspannter Winteratmosphäre".

Eine mögliche Route: Der etwa vier Stunden lange Rundwanderweg durch den Saupark bei Eichstätt. Dieser führt vom Stadtbahnhof Eichstätt (mit dem Regionalzug circa anderthalb Stunden ab München) in Richtung Innenstadt und in einer Schlaufe weiter über den Flugplatz Eichstätt zum Bahnhof Eichstätt. Wer mag, kürzt hier auf die kleine Runde ab, die zurück zum Stadtbahnhof führt.

Ansonsten geht es weiter auf Forstwegen durch den Saupark (genaue Wegbeschreibung sowie weitere Routen durch das Altmühltal unter: www.naturpark-altmuehltal.de).
Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke sind neben der malerischen Landschaft etwa die spätgotische Kirche "Vierzehn Nothelfer" oder die Frauenbergkapelle.

Weiterer Tipp: Ausblick-Wanderung am Schliersee

Der Ort Schliersee im Landkreis Miesbach.
Der Ort Schliersee im Landkreis Miesbach. © IMAGO/Zoonar.com/ROBERT JANK (www.imago-images.de)

Der DAV München & Oberland hat zehn Winter-Wandertouren zusammengestellt. Eine, die wunderschöne Blicke ins Mangfallgebirge bietet, geht von Schliersee nach Miesbach. Sie dauert etwa fünf Stunden. Pluspunkt: Man ist von München mit der Regionalbahn in 50 Minuten dort.
Ausgangspunkt ist der Schlierseer Bahnhof, von dem aus man zunächst den Schildern Richtung Stögeralm folgt. Den Treppensteig dorthin lässt man jedoch rechts liegen und visiert stattdessen den Rohnberg an. Den Gipfel westwärts überschreiten, mit Beginn des Forstwegs hält man sich rechts und folgt der Route "Schliersee über Attenberg".

Im Tal abermals rechts halten und über die Weiler Schweinthal und Attenberg Richtung Nordosten (Wegweiser Miesbach über Stadlberg) wandern. Nach der Durchquerung eines Bachgrabens stößt man auf die Haushamer Straße, der man 300 Meter weit nach Westen folgt. Dann zweigt nach rechts ein asphaltierter Weg zum Stadlberg ab. Am höchsten Punkt (Zwehl-Denkmal) geht es links zur Stadlbergalm, von der man über Berg und Agatharied nach Miesbach gelangt.

Kürzer ist laut DAV die direkte Route "Miesbach über Wiesenweg". In Miesbach geht es mit der Bahn zurück oder man kehrt im Ort ein.

Andechs: Klassiker in weißem Gewand

Das Kloster Andechs im Winter.
Das Kloster Andechs im Winter. © IMAGO/imageBROKER/Daniel Schoenen (www.imago-images.de)

Ganz nah bei München und nicht nur für einen Biergartenbesuch lohnend: Der Aufstieg zum Kloster Andechs bietet auch im Winter ein wunderschönes Panorama und natürlich eine schöne Einkehrmöglichkeit. Los geht es in Herrsching, das von München aus mit der S8 in knapp einer Stunde erreichbar ist. Vom historischen Bahnhof aus (an der barocken St.-Martins-Kirche orientieren) führt der direkte Weg zum Kloster über den Rundweg, der in die "Leitenhöhe" über das Hörndl führt. Der Weg bietet Ausblick auf den Ammersee.

Von Erling aus gelangt man durch das Dorf zum Kloster und zur Wallfahrtskirche. Der Rückweg führt durchs Kiental, ausgeschildert ist er als König-Ludwig- oder Jakobsweg. Wer einkehren will: Das Bräustüberl ist Montag bis Freitag von 11 bis 20 Uhr, am Wochenende von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

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