Aus nach der sechsten Saison: Für diese Hütte mit Traumaussicht werden jetzt Nachfolger gesucht

Die Falkenhütte der DAV-Sektion Oberland sucht neue Wirte ab der kommenden Saison. Wo sie liegt, welche Eigenschaften Interessierte mitbringen müssen und worüber so mancher Gast diskutiert.
Autorenprofilbild Rosemarie Vielreicher
Rosemarie Vielreicher
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Im Jahr 2023 ist die Falkenhütte im Karwendel 100 Jahre alt geworden.
Im Jahr 2023 ist die Falkenhütte im Karwendel 100 Jahre alt geworden. © Walter Treibel/DAV Sektion Oberland

Die Falkenhütte im Karwendel braucht ab Juni 2027 neue Pächter. Der Alpenverein München und Oberland hat das kürzlich öffentlich gemacht und sucht jetzt Nachfolger für die österreichische Hütte auf 1848 Metern. Die sollen engagiert und gastfreundlich sein sowie unternehmerisch denken.

In der Ausschreibung heißt es: "Die Falkenhütte zählt zu den bekanntesten Alpenvereinshütten im Naturpark Karwendel und liegt in einzigartiger Lage direkt vor den imposanten Laliderer Wänden."

Das Gebäude ist denkmalgeschützt, zwischen 2017 und 2020 wurde es umfassend saniert. Im Jahr 2023 feierte die Hütte 100. Geburtstag.

Das Ergebnis: nach wie vor historischer Hüttencharme, aber mit zeitgemäßer Infrastruktur, heißt es vom DAV. Und weiter: "Spektakulär gelegen vor den Laliderer Wänden, traditionell holzvertäfelt, ausgestattet mit einer gemütlichen Stube – die Falkenhütte im Karwendel hat alles, was eine Traum-Berghütte braucht."

Die Hütte hat von Juni bis Oktober geöffnet

Sowohl Wandernde, Bergsteiger als auch Kletternde und Mountainbiker zieht es in die Falkenhütte. Sie ist Stützpunkt auf der Karwendeltour, dem Adlerweg sowie für weitere Mehrtagestouren im Karwendel, beschreibt der Alpenverein die Bedeutung der Berg-Gastro.

Zwei Betten in der Falkenhütte mit Berg-Ausblick.
Zwei Betten in der Falkenhütte mit Berg-Ausblick. © DAV Sektion Oberland

Bewirtschaftet wird die Hütte grundsätzlich von Juni bis Oktober, es gibt 131 Schlafplätze, drei Gaststuben bieten innen 140 Sitzplätze. Draußen auf der Sonnenterrasse können 300 Gäste bewirtet werden. Aufgetischt werden soll eine einfache, regionale und saisonale Küche.

Die aktuellen Pächter machen die sechste Saison

Der Alpenverein sucht kommunikative Gastgeber "mit Herz und aus Überzeugung", diese sollen wirtschaftlich denken, aber auch ökologisch handeln. Man wünscht sich eine langfristige Zusammenarbeit.

Wie die Sektion Oberland der AZ auf Nachfrage mitteilt, betreiben die aktuellen Pächter die Hütte in der sechsten Saison. Sie möchten sich demnach im Anschluss neu orientieren. Sie wollten sich selbst zunächst nicht zu den Gründen äußern.

Mitten in den Bergen bietet die Hütte eine besondere Aussicht.
Mitten in den Bergen bietet die Hütte eine besondere Aussicht. © DAV Sektion Oberland

Bewerben können sich Interessierte bis 15. August. Gefordert werden ein Lebenslauf, Referenzen und ein Speisenkartenkonzept.

Ein Blick in die Google-Rezensionen

Schaut man sich die Rezensionen bei Google an, wird oft die besondere Lage hervorgehoben. Aber vereinzelte Gäste beschweren sich auch über die Preise.

Vor wenigen Wochen lautete ein Kommentar: "Die Preisgestaltung ist aber auch etwas sportlich ... das Essen habe ich mir daher verkniffen. Die Hütte kann über eine Straße versorgt werden, ruft aber Preise auf, die ich auf keiner Hochgebirgshütte mit reiner Hubschrauber-Versorgung gesehen habe. Schade!"

Die Preisgestaltung auf einer Berghütte wirkt auf den ersten Blick oft hoch – sie hat jedoch besondere Hintergründe

Ein weiterer Gast schreibt: "Die Getränkepreise von knapp 6 Euro auf einer Berghütte sind ja jetzt schon normal, aber 19,80 Euro für Spaghetti Bolo? Sorry, aber für eine Hütte, die nicht per Helikopter versorgt werden muss, solltet ihr dringend an euren Preisen arbeiten."

Das Frühstück kostet für Erwachsene laut DAV-Homepage 18,90 Euro, für Kinder 12,90 Euro. Ein Bergsteigeressen (vegetarisches Tagesgericht für Alpenvereinsmitglieder): elf Euro.

Besondere Gründe für Preise auf einer Hütte

Die Inhaber reagieren auf einen der Preis-Kommentare unter den Google-Rezensionen so: "Die Preisgestaltung auf einer Berghütte wirkt auf den ersten Blick oft hoch – sie hat jedoch besondere Hintergründe: Alle Waren müssen aufwendig ins Gebirge transportiert werden. Die Infrastruktur benötigt kontinuierliche Sanierung und Pflege. Zudem betreiben wir eine eigene Kläranlage, müssen Energie und Wasser bereitstellen und haben insgesamt deutlich höhere Betriebskosten als ein Gastronomiebetrieb im Tal. Hinzu kommen allgemein gestiegene Kosten in nahezu allen Bereichen."

Aktuell gibt es auf der DAV-Homepage zudem einen wichtigen Hinweis für Gäste der Falkenhütte: "Aufgrund von Wassermangel sind die Duschen derzeit gesperrt!" Mit diesem Problem ist die Berghütte aktuell nicht allein (AZ berichtete).

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.