Aus für Bayerin bei beliebter TV-Sendung: "Wie ein alter Putzlappen entsorgt"

Sechs Jahre lang entwirft Gewandmeisterin Alexandra Brandner Kostüme für die TV-Show "The Masked Singer". Dass es nun ohne sie weitergeht, hat die Künstlerin eiskalt erwischt.
von  Natalie Kettinger
Gewandmeisterin Alexandra Brandner bei der Arbeit.
Gewandmeisterin Alexandra Brandner bei der Arbeit. © Internetauftritt: theaterkostueme.de

Am Montag gibt der TV-Sender ProSieben bekannt, dass im Herbst die 13. Staffel der Rate-Show "The Masked Singer" laufen wird und die Aufzeichnungen bereits im August beginnen – im Netz feiern die Fans. Nur eine weiß von nichts: die preisgekrönte Kostümbildnerin Alexandra Brandner aus Garching an der Alz (Landkreis Altötting).

Sechs Jahre lang haben sie und ihr Team die raffinierten Verkleidungen der singenden Promis geschaffen, "in Hunderten Arbeitsstunden, mit Liebe und Hingabe", wie sie sagt.

Und jetzt? Werden ihre Dienste offenbar nicht mehr gebraucht. Sie sei entsorgt worden, "wie ein alter Putzlappen", sagt Brandner in einem Video, das sie bei Facebook hochgeladen hat.

"Weder die Produktionsfirma noch der Sender haben mit mir gesprochen"

Was ist da los? Sie habe aus dem Internet von der neuen Staffel erfahren, sagt Brandner im Gespräch mit der AZ, von ihren Followern. Doch denen habe sie nur eines antworten können: "Ich weiß von nichts." Weder die Produktionsfirma noch der Sender hätten mit ihr gesprochen.

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Sie sei einfach nicht mehr engagiert worden. "Ich hätte erwartet, dass man den Telefonhörer in die Hand nimmt, und ganz einfach sagt: 'Alex, deine Kostüme sind für die Sendung mittlerweile zu teuer und wir müssen uns nach etwas Billigerem umsehen.' Das passiere jeden Tag, das könne jeder verstehen“, sagt die Gewandmeisterin, die 2020 für die Kostüme der ersten Staffel von "The Masked Singer“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet worden war, und auch die belgische sowie die niederländische Version der Show bestückt.

Kostüme kosten oft Zehntausende Euro

Mit Kostümen, die pro Stück oft 20.000, manchmal auch 35.000 Euro wert sind. "Wir geben jeden Tag Angebote ab und werden manchmal abgelehnt, weil wir die Teuersten, aber eben auch die Besten sind", sagt die Oberbayerin, die ihr Handwerk unter anderem bei Rena Lange in München, Max Dietl und Natascha Müllerschön gelernt hat, selbstbewusst zur AZ.

"Muuhnika" stammt aus dem Atelier der Oberbayerin.
"Muuhnika" stammt aus dem Atelier der Oberbayerin. © imago

"Alexandra Brandner ist nun mal eine Marke, die für höchste Handwerkskunst und schönste Kostüme steht. Meine Firma steht für höchste Qualität und wunderbare Optik. Davon kann und werde ich nicht ablassen."

"Warum ist man nicht offen auf mich zugegangen?"

Dennoch hätte sie sich nach all den Jahren ein Gespräch gewünscht. "Warum ist man nicht offen und ehrlich auf mich zugegangen? Warum hat man nicht gemeinsam mit uns überlegt, was man machen kann? Das hat mir wehgetan", sagt sie.

"Ich will nicht in einer Welt leben, die so kalt und respektlos dem anderen gegenüber ist, und in der man mit Künstlern so umgeht."

Das sagt der TV-Sender

Unterkriegen lassen möchte sich die Schöpferin von Affe "King", Kuh "Muuhnika" oder "Rave-Ioli" trotz der großen Enttäuschung aber nicht. "Ich bin gefallen, hab mein Krönchen gerichtet und weiter geht’s."

Vom zuständigen TV-Sender heißt es zu all dem auf AZ-Anfrage lediglich: "ProSieben erneuert 'The Masked Singer' für diesen Herbst an vielen Stellen. Mehr Masken, mehr Enthüllungen, neuer Show-Modus. Dazu arbeitet die Produktionsfirma wie auch schon in der Vergangenheit mit wechselnden Kreativ-Teams und Kreativ-Werkstätten zusammen."

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