"Aus dem Schlaf befreit": Wie lange beliebter Pop-up-Biergarten am Starnberger See noch weitermacht

Der Pop-up-Biergarten am Andechser Hof wird verlängert. Dahinter steckt für Braumeister Stephan Albrecht aber noch ein viel größerer Traum.
von  Anne Hund
Temporärer Betrieb im Freien: Der Pop-up-Biergarten hat – donnerstags bis sonntags ab jeweils 17 Uhr – noch bis einschließlich 9. August geöffnet.
Temporärer Betrieb im Freien: Der Pop-up-Biergarten hat – donnerstags bis sonntags ab jeweils 17 Uhr – noch bis einschließlich 9. August geöffnet. © Stephan Albrecht

Stephan Albrecht betreibt in Schongau mit seiner Familie eine Gasthausbrauerei mit bayerischer Küche. Gleichzeitig hat der Braumeister aus Schongau eine besondere Verbindung zu Tutzing am Starnberger See: Anlässlich der Tutzinger Fischerhochzeit und der damit verbundenen Festwoche, die in der vergangenen Woche erfolgreich über die Bühne ging, kam der 26-Jährige von der Brauerei Oberland auf die Idee, extra ein spezielles Bier, das "Fischerhochzeitsbier", zu brauen.

Gesagt, getan. Doch der Schongauer hatte noch weitere Pläne: In Tutzing haben Stephan Albrecht und sein Team am 8. Juli auf dem Gelände des leer stehenden Andechser Hofs den Betrieb eines Pop-up-Biergartens aufgenommen – mit Unterstützung der dortigen Eigentümer, die den Hof für das temporäre Projekt zur Verfügung gestellt haben, sowie der Gemeinde Tutzing, wie er im Gespräch mit der AZ schildert.

"Wir sind sehr dankbar dafür", so Albrecht. Der Andechser Hof steht seit rund 14 Jahren leer. Durch Albrechts Projekt mit dem Pop-up-Biergarten konnte der Platz unter den Kastanien – an bestimmten Tagen im Juli (und auch während der vergangenen Festwoche) – nun zumindest temporär wieder genutzt werden. "Wir haben ihn aus dem Schlaf befreit", freut sich der 26-Jährige.

An dem Platz unter den Kastanienbäumen, wo er und sein Team für den temporären Betrieb einen Bierwagen, eine Essensausgabe mit bayerischen Schmankerln sowie Bierbänke und -tische zum Verweilen aufgestellt haben, lag zuvor "viel Laub", und auch die Hecken hätten an der Stelle zurückgeschnitten werden müssen, blickt Albrecht auf die Vorbereitungen für das Projekt zurück.

Stephan Albrecht am Eröffnungstag des Pop-up-Biergartens in Tutzing.
Stephan Albrecht am Eröffnungstag des Pop-up-Biergartens in Tutzing. © Julian Schulz

Pop-up-Biergarten in Tutzing noch bis einschließlich 9. August geöffnet

In dieser Woche gab der junge Braumeister aus Schongau bekannt, dass man mit dem Pop-up-Biergarten in Tutzing in die Verlängerung gehen wolle. "Eigentlich hatten wir geplant, dass wir mit dem Sonntag der Fischerhochzeit am 26. Juli wieder aufhören. Doch die Gemeinde hat die Genehmigung auf unseren Wunsch verlängert", so Albrecht zur AZ.

Dazu bewogen hätten ihn "der traumhafte Sommer, einige laue Sommerabende und die wunderbaren Festtage rund um die Fischerhochzeit", sagt er. "Wir machen noch bis zum 9. August weiter, immer donnerstags bis sonntags – jeweils von 17 Uhr bis 23 Uhr."

Klar werde hier auch noch etwas von dem "Fischerhochzeitsbier" ausgeschenkt, sagt er zudem auf AZ-Nachfrage. Bei der Sonderedition handelt es sich um ein Kellerbier, sprich ein "unfiltriertes, helles Bier". Für die Halbe vom „Fischerhochzeitsbier“ müssten die Gäste in dem Tutzinger Pop-up-Biergarten 5,20 Euro berappen. Es gebe zudem „Brotzeiten, Wurstsalat oder kleine Gerichte wie Obazda“ zu kaufen, so Albrecht; die Preise lägen hier "ungefähr zwischen zehn und zwölf Euro".

Auch warme Gerichte wie Schweinsbraten (kleine Portion 15,90 Euro, großer Schweinsbraten 19,90 Euro) hat der Pop-up-Biergarten in Tutzing kulinarisch zu bieten sowie verschiedene Flammkuchen oder zum Beispiel geräucherten Saibling. "Wir haben einen Wasseranschluss über die Gemeinde organisiert, und wir haben uns eine eigene mobile Küche geschaffen", sagt Albrecht. "Der Ausschank erfolgt über einen Bierwagen."

Live-Musik im Pop-up-Biergarten an den Wochenenden

Auch ein bisserl Programm haben Stephan Albrecht und sein Team für die verbleibenden Biergartenabende organisiert: An diesem Freitag und Samstag (31. Juli und 1. August) wird es jeweils ab 18 Uhr Live-Musik geben; zudem wird an den beiden Abenden gegrillt.

Auch am Sonntag (2. August) spielt in dem Pop-up-Biergarten ab 18 Uhr die Musik. Für den 7. August lädt das Team ab 18 Uhr zu einem "Biergarten in Weiß". Die Gäste dürfen dabei "festlich und weiß gekleidet" erscheinen. Die Tischdekoration wird in Weiß gehalten sein, und es spielt ein Live-Musiker.

Am 9. August findet dann ab 18 Uhr, ebenfalls begleitet von Musik, das Abschlussfest in dem Pop-up-Biergarten statt. "Das erste Fass ist Freibier", verspricht Albrecht. "Wir werden an dem Abend auch ein neues Bier präsentieren", hat der Braumeister darüber hinaus angekündigt. Auch dieses werde gewiss weiterhin in Schongau gebraut.

Braumeister aus Schongau: Verbundenheit zu Tutzing

Die Verbindung, die seine Familie zu Tutzing hat, wie er im Gespräch mit der AZ schildert, hat unterdessen eine lange Tradition: "Meine Familie hat bis 1974 in Tutzing Bier gebraut." Die Brauerei Oberland sei "noch vielen Tutzingern ein Begriff, nicht zuletzt das Weißbierstüberl in der Ziegeleistraße", sagt er mit Blick auf die damalige Zeit.

Bereits seine Urgroßeltern hätten 1953 bei der damaligen Fischerhochzeit in Tutzing für die Bierversorgung gesorgt, schildert er. In den 70ern sei das "Festzelt Oberland" bei den Fischerhochzeiten und Volksfesten zudem "ein wesentlicher Bestandteil der örtlichen Feierlichkeiten" gewesen.

Der 26-jährige Braumeister hat einen besonderen Wunsch, der sowohl mit seiner Familie in der Heimat als auch mit der früheren Tradition in Tutzing zu tun. "Unser Ziel ist es, wieder in Tutzing zu brauen", sagt er der AZ. Doch dafür müsse man zuerst einen geeigneten Ort finden.

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