"Aus allen Wolken gefallen": Bayerischer Pfarrer über freizügiges Video in seiner Kirche empört

Provokation gehört seit jeher zur Pop-Musik. Wo die Grenzen des guten Geschmacks liegen, definiert jeder für sich ein wenig anders. Geschadet hat so ein kleines Skandälchen indes meist noch den wenigsten aufstrebenden Künstlern.
Das dachte sich vielleicht auch Musikerin Milune aus der Schweiz (58.000 Follower auf Instagram). Für ein Video zu ihrem nicht gerade gottergebenen Song "You believe in Jesus, I believe in Pussy" zeigt sie sich halbnackt und knutschend mit ihrer Freundin in der Sankt-Emmeram-Kirche in Regensburg.
So weit, so pikant. Ein Problem bei der Sache: Bei der Kirche war wohl niemand eingeweiht in den Videodreh. Stadtdekan Roman Gerl fand wenig Gefallen am Werk der jungen Sängerin als er davon erfuhr. So wenig, dass er nun rechtliche Schritte prüft. Er spricht von einem "absoluten No-Go".
Rechtliche Schritte sind eingeleitet
"Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das Video am Freitag gesehen habe", sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA. In Absprache mit der Bistumsverwaltung sei der Vorgang an eine Anwaltskanzlei übergeben worden.
Die Sängerin und ihr Management zeigten milde Einsicht und nahm das Video einstweilen vom Netz. Ganz nachvollziehen kann Milune den Aufruhr aber offensichtlich nicht. "Obwohl ich auch verstehe, wenn Menschen vom Titel irritiert sind. Aber ich will damit einfach sagen, dass jeder an das glauben soll, was ihm guttut", sagte sie gegenüber dem Schweizer Magazin "Blick". Sie selbst glaube an die weibliche Urkraft und Mutter Natur und, "dass Gott eine Frau ist."
In einer Instagram-Story äußert sie sich am Dienstag folgendermaßen: "Protect queer art" (zu deutsch etwa: "Schützt die Kunst von queeren Personen").