Augsburg vor Welterbe-Entscheidung der Unesco optimistisch

Das Augsburger Wassersystem soll zum Welterbe werden. In wenigen Tagen entscheidet das Unesco-Gremium, ob es soweit kommt. Die Stadt Augsburg glaubt, dass sie auf der renommierten Denkmalliste eine Lücke füllen kann.
| dpa
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Am Schwalllech dreht sich ein Wasserrad. Foto: Stefan Puchner/Archivbild
dpa Am Schwalllech dreht sich ein Wasserrad. Foto: Stefan Puchner/Archivbild

Augsburg (dpa/lby) - Die Stadt Augsburg schaut optimistisch auf die Entscheidung der Unesco zur Aufnahme des historischen Augsburger Wassersystems in die Welterbe-Liste. "Wir sind alle ganz hoffnungsfroh", sagte Ulrich Müllegger, der Leiter des städtischen Welterbe-Büros, am Freitag vor der entscheidenden Sitzung des Unesco-Welterbekomitees in Baku in Aserbaidschan. Dass der Weltdenkmalrat (Icomos) empfohlen habe, die Augsburger Bewerbung anzunehmen, sei eine "positive Weichenstellung", ergänzte Augsburgs Kulturreferent Thomas Weitzel. Letztlich sei es aber eine politische Entscheidung, ob Augsburg die Auszeichnung erhalte.

Die 300 000 Einwohner große Stadt hat sich mit seinem weit verzweigten System zur Bewirtschaftung der Stadt mit Wasser beworben. So wurden zahlreiche Lechkanäle durch das historische Handwerkerviertel gezogen, damit die Werkstätten in den vergangenen Jahrhunderten Wasserräder zur Energiegewinnung nutzen können. Auch mehrere kunstvolle Prachtbrunnen im Stadtzentrum, die nach Angaben der Stadt ältesten Wassertürme Europas und ein neuzeitliches Wasserwerk aus dem 19. Jahrhundert sind Teil der Bewerbung. Insgesamt listet die Stadt 22 Stationen in ihrer Antragsschrift auf.

Die Verantwortlichen gehen nicht davon aus, dass die Augsburger Bewerbung von dem Unesco-Gremium komplett abgelehnt wird. Es sei eher denkbar, dass eine Nachbesserung angeregt werde. Die Augsburger Wasserdenkmäler passten ideal zu der Strategie der Weltorganisation, weniger klassische Einzeldenkmäler auf die Liste zu setzen. Das Wasserthema fülle hingegen die gewünschte Lücke, dass auch mehr Technik- und Industriegeschichte berücksichtigt werde, erklärte Weitzel.

Von Sonntag (30. Juni) bis 10. Juli beraten die Vertreter des Unesco-Fachgremiums in Baku. Es wird erwartet, dass über den Augsburger Antrag zwischen kommenden Freitag und Sonntag beraten wird (5. bis 7. Juli).

Die Bundesrepublik hat außer der Augsburger Bewerbung auch noch zwei weitere gemeinsam mit anderen Staaten eingereicht. So soll im Rahmen des bereits bestehenden Welterbes "Die Grenzen des Römischen Reiches" der sogenannte Donaulimes, der auch durch Niederbayern und die Oberpfalz verläuft, aufgenommen werden. Bei dem dritten diesjährigen deutschen Antrag geht es um die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoøí, die gemeinsam mit Tschechien nominiert wurde. Auf der Liste des Welterbes stehen derzeit knapp 1100 Kultur- oder Naturstätten in 167 Staaten, Deutschland ist bislang mit 44 Stätten vertreten.

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