Augsburg nach Coup in Leverkusen auf Kurs Klassenerhalt
Vom Klassenerhalt wollte nach dem 2:1-Überraschungscoup des FC Augsburg bei Vizemeister Bayer Leverkusen noch niemand sprechen. Doch das 100. Bundesliga-Spiel als Augsburger Cheftrainer hätte für Manuel Baum kaum besser enden können. "Wir sind natürlich sehr froh, dass wir den Sieg eingefahren und jetzt 36 Punkte auf dem Konto haben", bilanzierte der Coach nach dem 2:1-Last-Minute-Erfolg in Leverkusen.
Qualitativ waren die Hausherren den Augsburgern in fast allen Belangen überlegen, verbuchten 35 Torschüsse und mehr als 70 Prozent Ballbesitz. Doch nach dem frühen Führungstreffer durch Patrik Schick (12. Minute) glich Fabian Rieder (15.) fast im Gegenzug aus und ließ sein Team durch einen verwandelten Foulelfmeter in der Nachspielzeit (90.+7) über einen überaus glücklichen Dreier und zugleich enorm wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt jubeln.
"Quäntchen Glück" und VAR-Entscheidung
Nach zuvor fünf Liga-Spielen ohne Sieg war der Erfolg ein echter Befreiungsschlag. "Der Sieg ist heute sehr emotional. Letztendlich hatten wir das bessere Ende für uns. Natürlich haben wir auch das Quäntchen Glück gebraucht, aber wir haben 100 Minuten lang an den Sieg geglaubt", sagte Cedric Zesiger, der mit einer Szene kurz vor dem Ende der Partie beinahe noch zum Pechvogel des Tages geworden wäre.
Im Strafraum bekam der Verteidiger eine Flanke aufs Tor an dem Arm. Nachdem Schiedsrichter Benjamin Brand zunächst auf Elfmeter entschieden hatte, revidierte er die Entscheidung nach Ansicht der Bilder und begründete dies mit dem angelegten Arm des Spielers. "Da bin ich froh, dass es den Videoassistenten gibt. Ich weiß langsam nicht mehr, wo ich die Hände hinpacken soll sonst", sagte der 27-Jährige.
Baum plädiert nach Glanzparaden für WM-Ticket für Dahmen
Doch weder der Rückstand noch solche Szenen brachten den FCA aus der Ruhe, was auch der Trainer hervorhob: "Wir haben vor dem Spiel gewusst, was da für eine brutale Qualität auf uns zukommt bei den Leverkusenern. Es war wichtig mutig und mit einem großen Herzen weiterzukämpfen", bilanzierte Baum, der bereits sein Comeback auf der FCA-Bank im Hinrundenspiel gegen Leverkusen mit einem 2:0-Sieg gekrönt hatte.
Bei aller Anerkennung für den Kampfgeist der Mannschaft hatte vor allem Keeper Finn Dahmen mit zahlreichen Glanzparaden großen Anteil am Erfolg. Das verleitete seinen Trainer zu einem Plädoyer für die DFB-Elf: "Ich denke, der hätte alle Berechtigung von der Leistung, die er jetzt gerade bringt, dass er bei der Weltmeisterschaft dabei ist. Das unterstreicht er Woche für Woche und auch heute wieder", betonte Baum.
"Extrem wichtiger Sieg"
Selbst ein rettender Kopftreffer und eine anschließende Behandlungspause brachten den Schlussmann nicht aus dem Rhythmus. "Ich glaube, wenn man heute ein Highlight-Video von Finn machen würde, wird das wahrscheinlich zehn Minuten dauern. Er hatte einen mega Anteil an dem Ganzen heute", befand sein Coach. Auch Dahmens Teamkollege Zesiger fand klare Worte: "Nationaltorhüter für mich", erklärte er auf die Frage nach dem Keeper.
Neben dem Schlussmann war es aber vor allem der glückliche Last-Minute-Dreier, der über allem stand. Denn mit nun 36 Punkten auf dem Konto dürfte das Zittern um den Klassenerhalt im Saisonendspurt weitgehend beendet sein. "Es war auf jeden Fall ein extrem wichtiger Sieg. Die letzten Wochen waren nicht immer gut. Aber heute war es ein Ausrufezeichen und jetzt können wir noch mal Gas geben", betonte Zesiger.
Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de
