Augsburg: Archäologen finden 3500 Jahre alten Friedhof

Vor zwei Jahrtausenden haben die Römer Augsburg zu einem ihrer Zentren nördlich der Alpen gemacht. Ein neu entdecktes Gräberfeld aus der Bronzezeit zeigt jetzt: Die Stadt war schon viel länger besiedelt.
| Ulf Vogler
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Neben Schmuck und Keramik sind in den Gräbern auch Skelette und Schädelfragmente gefunden worden.
dpa 3 Neben Schmuck und Keramik sind in den Gräbern auch Skelette und Schädelfragmente gefunden worden.
Archäologe Johannes Litzel untersucht eines der 26 Gräber. Die Experten können sich vorstellen, dass auch DNA-Analysen noch möglich sind.
dpa 3 Archäologe Johannes Litzel untersucht eines der 26 Gräber. Die Experten können sich vorstellen, dass auch DNA-Analysen noch möglich sind.
Grabungsleiter Stefan Sandbichler mit einer Bronzezeit-Nadel.
dpa 3 Grabungsleiter Stefan Sandbichler mit einer Bronzezeit-Nadel.

Augsburg - Bei einer Ausgrabung sind in Augsburg 26 rund 3500 Jahre alte Gräber entdeckt worden. Das Besondere an dem Fund aus der Bronzezeit sei die Konzentration von relativ vielen Grabhügeln auf kleiner Fläche, sagt Augsburgs Stadtarchäologe Sebastian Gairhos.

Auf dem 11 000 Quadratmeter großen Baugrundstück sind in den vergangenen Wochen sieben Hügel freigelegt und auf Nachbargrundstücken zuvor ebenfalls schon sieben Grabhügel gefunden worden.

Die Ausgrabung findet im Augsburger Innovationspark statt, in dem in den nächsten Jahren für mehr als eine Milliarde Euro Forschungsneubauten entstehen sollen. Auf der nun untersuchten Fläche will die Fraunhofer-Gesellschaft bauen. „Wir haben 16 Körpergräber und zehn Brandbestattungen gefunden“, sagt Grabungsleiter Stefan Sandbichler.

"Uns seit 30 Jahren als gute Fundlandschaft bekannt"

Die Experten hatten erwartet, dass auf dem Grundstück Gräber und Reste der Besiedlung aus der Zeit 1500 bis 1200 Jahre vor Jesus Christus zu finden sind. „Wir hatten schon sehr genau gewusst, welche Befunde wir hier bekommen“, erklärt Sandbichler. In dem Areal im Süden Augsburgs ist nicht das erste Mal etwas entdeckt worden. „Die ganze Landschaft ist uns schon seit 30 Jahren als gute Fundlandschaft bekannt“, ergänzt Stadtarchäologe Gairhos.

An dieser Stelle stoßen seit der letzten Eiszeit landwirtschaftlich intensiv genutzte Lössboden an eine einige Meter tiefer gelegene Kiesterrasse, die für Siedlungen genutzt wurde. Die Höfe existierten damals nach Einschätzung Gairhos nur etwa 30 bis 40 Jahre. Dann seien die Holzbauten marode und die Böden ausgelaugt gewesen. „Die Menschen wechselten ihre Siedlungsplätze immer wieder“, sagte er. Nach etwa einer Generation seien neue Flächen für die Äcker gerodet worden.

Auf dem 1,1 Hektar großen Baugrundstück wurden rund 500 Funde registriert. Darunter waren ein Bronzebeil, ein Armring, große Textilnadeln, Keramik und Skelette. Die Funde werden derzeit untersucht.

Der Stadtarchäologe Sebastian Gairhos kann sich vorstellen, dass selbst DNA-Analysen noch möglich sind, durch die vielleicht sogar verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Toten festgestellt werden können.

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