Aufstand am Airport

Streikszenen vor dem Abflug: Am Nürnberger Flughafen weigern sich Air Berlin-Passagiere nach zwei verpatzten Starts, noch einmal in die Maschine einzusteigen.
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Eine Air Berlin-Maschine am Nürnberger Flughafen. Gestern kam es dort nach zwei abgebrochenen Starts zum Passagier-Streik.
dpa Eine Air Berlin-Maschine am Nürnberger Flughafen. Gestern kam es dort nach zwei abgebrochenen Starts zum Passagier-Streik.

NÜRNBERG - Streikszenen vor dem Abflug: Am Nürnberger Flughafen weigern sich Air Berlin-Passagiere nach zwei verpatzten Starts, noch einmal in die Maschine einzusteigen.

Sie freuten sich auf Sonne, Strand und Meer der Algarve-Küste in Portugal. Doch der Start nach Faro, in die schönsten Wochen des Jahres, geriet gestern am Nürnberger Flughafen zum Horror-Trip mit dramatischen Szenen.

Zweimal hatte der Pilot der Boeing 737 (Air Berlin-Flug 3538 nach Faro) den Startversuch abbrechen müssen, weil Warnlämpchen aufblinkten. Etliche der 172 Passagiere waren mit den Nerven am Ende, manche von ihnen weigerten sich schon nach dem ersten Versuch, wieder in die Maschine zu steigen. Zu einem regelrechten Streik kam es aber, als sie ein drittes Mal in die Maschine sollten. Ein Angestellter (34) sagte per Handy der AZ: „Wir haben ja alle die Bilder vom Flugzeug-Unglück in Madrid vor Augen.“

Die Passagiere saßen über zehn Stunden am Airport fest

Kein Wunder, dass die Nerven am Nürnberger Flughafen blank lagen, als der erste und Stunden später auch der zweite Start abgebrochen werden mussten. Nach dem Aussteigen spielten sich am Boarding-Schalter emotionsgeladene Szenen ab: Trauben von wutentbrannten Menschen verkündeten, dass sie diese Maschine nicht mehr betreten würden, sie hatten sich extra das Kennzeichen (737800) gemerkt. „Das Schlimme war ja, dass man uns dann stundenlang im Unklaren ließ, wie es weitergehen wird“, so der Nürnberger. Da saß er bereits zehn Stunden am Airport fest.

Gegen 12 Uhr kam dann die Mitteilung, dass eine aus Antalya kommende Air Berlin-Maschine um 18.30 Uhr nach Portugal starten werde. „In der ersten Maschine war ein technischer Defekt“, bestätigte Air Berlin-Sprecherin Alexandra Müller. „Aber es war eine nagelneue Boeing, da ist es ganz normal, dass man versucht, die Maschine zu reparieren, wenn ein Lämpchen blinkt.“ Auch wenn erfahrungsgemäß oft blinder Alarm durch die hypersensible Elektronik dahinterstecke. Aber nach dem zweiten, fehlgeschlagenen Startversuch könne man den Leuten natürlich kein drittes Mal zumuten, so Müller, nicht nur den zartbesaiteten Seelen.

C. Schamel

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