Auch in Bayern: Razzia wegen Geldwäsche-Netzwerk um "Hells Angels"

Mit Spezialeinsatzkräften durchsucht die Polizei Wohnungen in mehreren Bundesländern und im europäischen Ausland. Im Fokus: ein Geldwäsche-Netzwerk um Rocker der "Hells Angels" - auch in Bayern.
von  AZ/dpa
Mit einer groß angelegten Razzia geht die Polizei seit dem Morgen gegen ein Geldwäsche-Netzwerk und Rocker der "Hells Angels" vor.
Mit einer groß angelegten Razzia geht die Polizei seit dem Morgen gegen ein Geldwäsche-Netzwerk und Rocker der "Hells Angels" vor. © Christoph Reichwein/dpa

Mit einer großangelegten Razzia geht die Polizei mit mehr als 1.000 Einsatzkräften in Deutschland und anderen europäischen Ländern seit dem Morgen gegen ein Geldwäsche-Netzwerk um Rocker der "Hells Angels" vor. Laut der zuständigen Polizei in Duisburg sollen auch mehrere Haftbefehle vollstreckt werden. Insgesamt sollen Vermögenswerte in Höhe von 48,6 Millionen Euro beschlagnahmt werden.

Parallel dazu finden den Angaben zufolge Durchsuchungen von sechs Objekten auch in Bayern sowie in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Berlin statt. Beim LKA in Bayern verwies ein Sprecher zunächst an die zuständigen Ermittlungsstellen.

Wie eine Sprecherin der Polizei sagte, richtet sich der Einsatz gegen ein internationales Netzwerk von Geldwäschern sowie gegen eine kriminelle Vereinigung. Bei dieser handelt es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um die "Hells Angels". Insgesamt werden laut Polizei mehr als 100 Objekte durchsucht, es gibt 71 Beschuldigte.

Darunter sind laut den Ermittlungsbehörden "Verantwortliche eines bundes- und europaweit tätigen Geldwäschenetzwerks und hochrangige Mitglieder einer Rockergruppierung." Ihnen werde "insbesondere die Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberische und gewerbsmäßige Erpressung, banden- und gewerbsmäßiger Betrug und gewerbsmäßige Geldwäsche vorgeworfen", hieß es in einer Mitteilung. Außerdem gehe es um Waffendelikte, Körperverletzung und Steuerhinterziehung.

Zahlreiche Durchsuchungen in NRW - Großeinsatz in Duisburg

Ein dpa-Reporter beobachtete am Mittwochmorgen einen sehr großen Polizeieinsatz mit Spezialeinsatzkräften (SEK) an der Adresse eines einflussreichen "Hells Angels"-Rockers in Duisburg.

Die Polizei berichtete von zahlreichen Durchsuchungsmaßnahmen in NRW. Aktionen gab es demnach auch in sieben Objekten in Belgien, Bulgarien und den Niederlanden in eigener Zuständigkeit der Behörden dort.

Federführend bei den Ermittlungen sind die Staatsanwaltschaft Duisburg und das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität in NRW ist ebenfalls involviert.

"Der Fall verdeutlicht exemplarisch die Verflechtung krimineller Gruppierungen im Bereich der Organisierten Kriminalität und der internationalen Wirtschaftskriminalität", so die Ermittler: "Durch professionelle Verschleierungshandlungen werden dabei erhebliche Geldbeträge einem künstlichen Wirtschaftskreislauf zugeführt und durch Straftaten erlangtes Vermögen unter anderem in Firmen und Grundbesitz investiert."

Laut "Bild" laufen die Ermittlungen bereits seit mehr als vier Jahren. Ausgangspunkt war demnach eine spektakuläre Schießerei auf dem Hamborner Altmarkt im Mai 2022. Bei der Auseinandersetzung in dem Stadtteil von Duisburg mit mehr als 100 Beteiligten waren damals Rocker mit Mitgliedern einer türkisch-libanesischen Großfamilie aneinandergeraten.

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