"Asylabwehr": Ermittlungen wegen dieses Panzer-Wagens

Schlechter Scherz oder offen gezeigte Fremdenfeindlichkeit? Ein Panzer-Motivwagen mit rassistischen Aufschriften hat beim Faschingsumzug in Steinkirchen für Empörung gesorgt. Die Behörden ermitteln.
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Der Panzer mit den Aufschriften "Ilmtaler Asyabwehr" und "Asylpaket III" sorgte für Empörung beim fröhlichen Faschingszug nach Steinkirchen.
dpa Der Panzer mit den Aufschriften "Ilmtaler Asyabwehr" und "Asylpaket III" sorgte für Empörung beim fröhlichen Faschingszug nach Steinkirchen.

Schlechter Scherz oder offen gezeigte Fremdenfeindlichkeit? Ein Panzer-Motivwagen mit rassistischen Aufschriften hat beim Faschingsumzug in Steinkirchen für Empörung gesorgt. Die Behörden ermitteln.

Steinkirchen – Jedes Jahr schlängelt sich der "Gaudiwurm" des OCV Steinkrichen vom beschaulichen Reichertshausen bei Pfaffenhofen (Oberbayern) ins gut vier Kilometer entfernte Steinkirchen - eine fröhliche Faschingsveranstaltung, die in der Gegend Kult-Status genießt. Auch dieses Jahr waren am Sonntag wieder rund 500 Narren unterwegs, geleitet von zahlreichen, in wochenlanger Heimarbeit gestalteten Faschingswägen. Einer dieser Wägen erregt nun Deutschlandweit die Gemüter.

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Das Bild des als Panzer dekorierten Wagens mit den Aufschriften "Ilmtaler Asylabwehr" und "Asylpaket III" sowie einem schwarzen Kreuz, einem Hoheitszeichen deutscher Streitkräfte, machte in den sozialen Netzwerken die Runde und löste einen regelrechten Sturm der Empörung aus. Jetzt ist der Vorall sogar Sache der Staatsanwaltschaft. Es sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Ingolstadt. Ein Polizeisprecher ergänzte, dass bereits Anzeigen vorlägen.

 

Organisatoren: "Mit Rechtsradikalen nichts am Hut"

 

Auf der Seite des Vereins OCV Steinkirchen, der den Umzug organisiert hatte, hagelte es scharfe Kritik und heftige Vorwürfe. Der Veranstalter des Faschingsumzuges entschuldigte sich für die Panzerattrappe. "Ich bedauere die Unachtsamkeit außerordentlich", sagte Zugleiter Konrad Moll vom "Oberilmtaler Carneval-Verein" (OCV) am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

"Ich war mir der Tragweite nicht bewusst", sagte Moll. In der Kürze der Zeit habe er die Brisanz der Aufschrift nicht erkannt. Moll nannte es "eine Katastrophe", dass der OCV nun in die ausländerfeindliche Ecke gestellt werde. Tatsächlich seien im Faschingsumzug sogar Flüchtlinge mitgegangen. Zudem sei der Wagen nicht aufgrund der aktuellen Asyl-Debatte gebaut worden, sondern schon letztes Jahr beim "Gaudiwurm" im Einsatz gewesen.

 

 

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