Auch 2026 ein "angespannter Arbeitsmarkt" erwartet

Im Dezember gab es in Bayern so viele Arbeitslose wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.
dpa |
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Die Arbeitslosigkeit in Bayern ist zum Jahresende 2025 gestiegen. (Archivbild)
Die Arbeitslosigkeit in Bayern ist zum Jahresende 2025 gestiegen. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa
Nürnberg

In Bayern hat es zum Jahresende 2025 so viele Arbeitslose wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr gegeben. "Der bayerische Arbeitsmarkt kann sich auch im Dezember nicht erholen", sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz, laut Mitteilung. "Wir verzeichnen erneut einen Höchstwert bei den Arbeitslosenzahlen." 

Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 5.464 auf 310.795 Menschen. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,0 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im November. Im Vergleich zum Dezember 2024 gab es zum Jahresende 2025 17.606 mehr arbeitslose Menschen im Freistaat.

Die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten freien Stellen sei deutlich zurückgegangen, sagte Schmitz weiter. Und: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten wachse nicht mehr.

So hoch war die Arbeitslosenzahl im Jahresschnitt

Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosenzahl 2025 in Bayern bei knapp 315.000, das sind 10,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Noch deutlicher werde der Anstieg bei längerfristiger Betrachtung, teilte die Regionaldirektion weiter mit: Vor zehn Jahren gab es demnach im Schnitt knapp 60.000 Arbeitslose weniger, vor fünf Jahren immerhin noch etwa 40.000 weniger.

Das Jahr sei von der Rezession und der Transformation im verarbeitenden Gewerbe und in der Metall- und Elektroindustrie geprägt gewesen, sagte Schmitz. "Eine schnelle Trendwende ist derzeit nicht absehbar. Auch für das Jahr 2026 erwarten wir einen angespannten bayerischen Arbeitsmarkt. Die wirtschaftliche Unsicherheit, die verhaltene Nachfrage und strukturelle Herausforderungen werden uns weiter begleiten."

Wirtschaft fordert Reformen

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) forderte angesichts der Zahlen, die Bundesregierung müsse aus den "richtigen Ansätzen wie der Modernisierungsagenda oder dem Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz nun schnell echte Reformen auf den Weg bringen". Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte weiter: "Zentral wird sein, dass auch die hohen Energie- und Arbeitskosten endlich gesenkt werden."

DGB: Freistaat verlässt sich zu sehr auf Marktmechanismen

Nach Angaben des DGB sind in Bayern seit Ende 2023 im verarbeitenden Gewerbe mehr als 38.000 Stellen verloren gegangen. Das sei ein deutliches Warnsignal für den Industriestandort. "Die bayerische Wirtschaft steht unter Druck. Ohne klare politische Leitplanken und gezielte Investitionen droht der schleichende Verlust industrieller Wertschöpfung und guter Arbeit", sagte der bayerische DGB-Chef Bernhard Stiedl. 

Es fehle jedoch eine verbindliche Transformationsstrategie. Während andere Länder ihre Industrie aktiv unterstützen, verlasse sich der Freistaat zu sehr auf Marktmechanismen. "Der Erhalt und die Anpassung unserer Arbeitsplätze passiert nicht von allein. Es braucht Investitionen in Qualifizierung, Energie, Infrastruktur und Innovation – und es braucht den Dialog mit den Beschäftigten", sagte Stiedl weiter.

Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf (CSU) nahm den Mindestlohn in den Blick. Zum Jahreswechsel stieg der Betrag von 12,82 auf 13,90 Euro brutto je geleisteter Arbeitsstunde. "Die Erhöhung ist von der in der unabhängigen Mindestlohnkommission vertretenen Sozialpartner empfohlen worden. Klar ist aber auch: Die Belastung der Unternehmen nimmt damit in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage weiter zu."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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