Angst ums Trinkwasser: Gas-Suche am Ammersee vorerst gestoppt

In weiten Teilen der Ammersee-Region darf seit dem 1. August 2026 vorerst nicht weiter nach Erdgas gesucht werden. Das hinter der Gassuche stehende kanadische Unternehmen MCF Energy hat die bisherige Aufsuchungserlaubnis "Lech Ost" nach eigenen Angaben auslaufen lassen. Eine Sprecherin des bayerischen Wirtschaftsministeriums bestätigte dies auf Nachfrage und erklärte zudem, dass auch kein anderer neuer Antrag bislang eingereicht worden sei.
Unternehmen will kleinere Konzessionsflächen beantragen
Die genauen Gründe für den Verzicht des Unternehmens blieben zunächst unklar. In der Mitteilung heißt es, es solle nun eine kleinere Konzessionsfläche beantragt werden, welche die "aussichtsreichen Zielgebiete abdeckt". Die kleinere Konzession werde die Auswirkungen auf die lokalen Gemeinden und das Wassereinzugsgebiet erheblich verringern und umweltverträglicher für das Gebiet sein.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die seit Jahren gegen die Gasförderabsichten in der Region protestiert, wertete das Auslaufen der Konzession als "deutliches Signal und hoffentlich der Anfang vom Ende der völlig aus der Zeit gefallenen Gasbohrungs-Pläne in der Ammersee-Region", wie Saskia Reinbeck von der Organisation sagte.
Greenpeace: Erfolg für alle Bürgerinnen und Bürger der Region
"Dieser Rückzug von MCF ist ein Erfolg für alle Bürgerinnen und Bürger in der Region zwischen Lech und Ammersee, die seit mehr als zwei Jahren gegen diesen klima- und wirtschaftspolitischen Unfug protestiert haben", betonte Reinbeck.
Der Schutz des Trinkwassers und die Bewahrung der Natur müssten Vorrang vor den kurzfristigen, klimaschädlichen Profitinteressen privater Investoren haben. "Das ist hoffentlich der Anfang vom Ende der wahnwitzigen Idee, in Bayern und anderswo weiterhin fossile Rohstoffe auszubeuten und so die Klimakrise weiter anzuheizen."
In der Region um Reichling unweit des Ammersees wird seit Jahren nach Erdgas gesucht. Im September 2025 endete die erste Probebohrung der Energieprojekt Lech Kinsau 1 GmbH, derzeit wird noch analysiert, welche Fördermengen zu erwarten sind. Die Erdgassuche wurde von massiver Kritik der Anwohner begleitet.
Das Unternehmen ging in den bisher bekannten Planungen von einer Gasförderung über 10 bis 15 Jahre aus. Es wird eine Gasmenge von 400 bis 500 Millionen Kubikmetern vermutet. Diese Gassuche hat mit der ausgelaufenen Konzession nichts zu tun.
Angst um Trinkwasser
Von Anfang an hatte es etwa die Sorge gegeben, dass die Trinkwasserquelle verunreinigt werden könnte. Zwischenzeitlich hatten Messungen im Umfeld der Bohrstelle einen signifikanten Anstieg der Parameter von Zink, Barium und BTEX mit teils deutlicher Überschreitung der "Geringfügigkeitsschwellenwerte" (GFS) festgestellt.
Nach Angaben von Greenpeace ist wegen der ausgelaufenen Konzession bis auf Weiteres auch das Bohrvorhaben der MCF-Tochter Genexco im Reichlinger Ortsteil Gimmenhausen im Landkreis Landsberg am Lech gestoppt. Ohne Aufsuchungserlaubnis könne das Unternehmen keinen Betriebsplan für die dort bereits gepachtete etwaige Bohrfläche einreichen, hieß es.