Angeklagter wegen Kindesmissbrauchs kündigt Geständnis an

München/Seefeld (dpa/lby) - In einem Prozess um hundertfachen schweren sexuellen Missbrauch an kleinen Kindern hat der Angeklagte vor dem Landgericht München II ein Geständnis angekündigt. Der 56-Jährige werde sich zu den Praktiken äußern, die er mit den vier mutmaßlichen Opfern vollzogen habe, sagte seine Verteidigerin am Freitag.
| dpa
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Ein 56 Jahre alter, wegen sexuellen Kindesmissbrauchs, angeklagter Mann (M) wird zu Prozessbeginn am Landgericht München II in den Saal geführt. Foto: Peter Kneffel/dpa
dpa Ein 56 Jahre alter, wegen sexuellen Kindesmissbrauchs, angeklagter Mann (M) wird zu Prozessbeginn am Landgericht München II in den Saal geführt. Foto: Peter Kneffel/dpa

München/Seefeld (dpa/lby) - In einem Prozess um hundertfachen schweren sexuellen Missbrauch an kleinen Kindern hat der Angeklagte vor dem Landgericht München II ein Geständnis angekündigt. Der 56-Jährige werde sich zu den Praktiken äußern, die er mit den vier mutmaßlichen Opfern vollzogen habe, sagte seine Verteidigerin am Freitag. Für die Aussage schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus.

Kurz zuvor hatte der Mann die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft noch abgestritten. Die Anschuldigungen seien falsch oder für ihn unvorstellbar. Das Gericht entschied daraufhin, die auf Video aufgenommenen Aussagen der mutmaßlichen Opfer abzuspielen. Auch für diesen Teil schlossen die Richter die Öffentlichkeit aus.

Laut Anklage soll der 56-Jährige aus dem oberbayerischen Seefeld (Landkreis Starnberg) über einen Zeitraum von 15 Jahren seine kleinen Stiefenkel und deren Freunde massiv sexuell missbraucht haben. Ihm wird auch Vergewaltigung vorgeworfen. Als die Taten begonnen haben sollen, waren die jüngsten Kinder erst fünf Jahre alt.

Die Staatsanwaltschaft listet mehr als 700 Fälle auf. Demnach erlitten die Kinder heftige Schmerzen. Einen Jungen soll er nicht nur zu Hause und im Wald, sondern auch in einer Kirche missbraucht haben. Wenn sein Stiefenkel nicht mitmachen wollte, habe er ihm gedroht, das Lieblingskuscheltier wegzunehmen, ihn zwei Tage in sein Zimmer einzusperren oder seiner Mutter wehzutun.

Zum Prozessauftakt am Mittwoch hatte der Mann betont, er habe die Kinder nie zu etwas gezwungen. Auch Gewalt habe er ihnen nie angetan. Zudem berief er sich auf Erinnerungslücken. Aus Sicht seiner Anwältin bestehen Zweifel daran, ob er verhandlungsfähig ist. Wegen des grassierenden Coronavirus erschien der 56-Jährige mit Atemschutzmaske vor Gericht.

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