Vollgas auf der "Überholspur"

Club-Trainer Hecking nimmt Favoritenrolle gegen St. Pauli an und duldet keine Ausreden seiner Profis.
| Markus Löser
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Auch in der kommenden Saison den 1. FC Nürnberg fest im Blick: Trainer Dieter Hecking.
Wolfgang Zink Auch in der kommenden Saison den 1. FC Nürnberg fest im Blick: Trainer Dieter Hecking.

NÜRNBERG Vor der Saison war der Club zum potenziellen Abstiegskandidaten abgestempelt worden. Doch nicht erst seit der aktuellen Erfolgsserie gehört der „Ruhmreiche“ zu den Überraschungsmannschaften.


Waren die 22 Punkte zur Winterpause schon eine famose Ausbeute, katapultierten sich die Schützlinge von Trainer Dieter Hecking nach zuletzt 14 von 18 möglichen Zählern in sechs Spielen ohne Niederlage (vier Siege, zwei Remis) für das Heimspiel gegen St. Pauli am Samstag in die Favoritenrolle. Und die nimmt Hecking gerne an: „Wir wollen auf der Überholspur bleiben“, fordert der 46-Jährige ungebrochen Volldampf von Kapitän Andreas Wolf & Co..

 

"Mit so einer Alibi-Kacke muss mir keiner kommen“


Denn: Dass ein Zwischenhoch automatisch zum Selbstläufer wird, verweist Hecking ins Reich der Fabeln. „Gerade jetzt muss ich hinterher sein, dass sich keiner zurücklehnt“, verrät Hecking „anfangs der Woche nicht zufrieden“ gewesen zu sein mit der etwas zu laxen Einstellung seiner Senkrechtstarter in den Einheiten: „Da musste plötzlich der angeblich schlechte Platz als Ausrede herhalten. Der Ostwind, der die Flugbahn des Balles verändere. Oder die Leistung des Schiedsrichters.“ Wahlweise sind seine Assistenten Armin Reutershahn oder Dirk Bremser im Einsatz, „und die sind immer gut“, verdreht der Chef die Augen ob der verbalen Kreativität der von ihm ausgemachten Sündenböcke. Drastischer Zusatz: „Mit so einer Alibi-Kacke muss mir keiner kommen.“


Schon gar nicht, weil mit St. Pauli ein Gegner zu erwarten sei, „der auch eine gute Saison spielt“, weiß Relegations-Champion Hecking. Und lobt Aufstiegs-Trainer Holger Stanislawski: „Ich ziehe meinen Hut vor ihm, was er aus seiner Truppe rauszieht. Ich wünsche ihm den Klassenverbleib – ohne Punkte aus Nürnberg mitzunehmen.“

 

"Vielleicht spielen wir auch mit zwei Spitzen“


Voraussetzungen dafür aus Club-Sicht: „Geduld, hohe Aggressivität sowie Laufbereitschaft und der Wille, die Siegesserie auszubauen“, mahnt Hecking die Tugenden der letzten Wochen an. „Sie fahren doch auch nicht mit 100 auf der Autobahn hinterher?“, fragte er gestern einen Radio-Reporter.
Hinterher hinkt Langzeit-Sorgenkind Ilkay Gündogan dagegen nicht mehr. Nach seiner siebenwöchigen Zwangspause aufgrund eines Haarrisses im Mittelfuß, der durch einen Spezialschuh mit Carbonaufsatz geschützt werden soll, brennt der Edeltechniker auf sein Comeback. „Er bewegt sich gut, hat keine Angst und für 70 Minuten sollte die Luft reichen“, wird Hecking „kurzfristig entscheiden, ob er von Beginn an dabei ist.“


Gesetzt ist dafür Christian Eigler für den am Montag am Knie operierten Julian Schieber als (einsame?) Sturmspitze. „Vielleicht spielen wir auch mit zwei“, spricht Hecking in Rätseln. Denn für Markus Mendler reicht es nach einem Grippeanflug höchstens für das A-Junioren-Spiel am Wochenende gegen den VfB Stuttgart. Und bei Rubin Okotie sowie Nassim Ben Khalifa reicht Heckings „Vertrauen noch nicht“, um sie in die Startelf zu werfen.

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