Ultimatum von der Bank

Bezüglich Namensrechte am easyCredit-Stadion und Werbepartnerschaft mit dem Club soll laut Graband „in vier Wochen“ eine Entscheidung fallen. Helle Aufregung bei allen Betroffenen
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Die Teambank gibt für das easyCredit-Stadion und den Club viel Geld aus, aber Vorstand Theophil Graband hat festgestellt: „Die Akzeptanz ist nicht so da“.
dpa Die Teambank gibt für das easyCredit-Stadion und den Club viel Geld aus, aber Vorstand Theophil Graband hat festgestellt: „Die Akzeptanz ist nicht so da“.

Bezüglich Namensrechte am easyCredit-Stadion und Werbepartnerschaft mit dem Club soll laut Graband „in vier Wochen“ eine Entscheidung fallen. Helle Aufregung bei allen Betroffenen

NÜRNBERG „Ohne Geld geht’s halt nicht“, sagt Nürnbergs OB Ulrich Maly. Aus gutem Grund. Nachdem die Teambank seit Montag die Verhandlungen mit „Hochtief“, der Betreibergesellschaft des easyCredit-Stadions, über eine Verlängerung der Namensrechte auf Eis gelegt hatte (AZ berichtete), schafft Teambank-Vorstand Theophil Graband nun erstmals Fakten. Spätestens in „vier Wochen“ soll eine Entscheidung fallen, ob sein Unternehmen weiter drei Millionen Euro pro Jahr für die Namensrechte ausgeben will.

"Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen"

Zum Ultimatum sagt Graband klipp und klar: „Natürlich ist es unser Wunsch, zu verlängern. Aber es macht auch keinen Sinn, diesen Wunsch gegen die Region durchzusetzen.“ Sollten also die Sympathiewerte bei den Nürnbergern, die seit jeher wenig mit einem „easyCredit-Stadion“ anfangen konnten, nicht deutlich steigen, werden die Banker auf ihre Option für weitere vier Jahre verzichten. Denn bei aller Liebe zur Region und zum 1. FC Nürnberg, ein derart teures Marketing sollte sich auch lohnen. Graband: „Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen!“

Der Club auch. Und der wäre, neben „Hochtief“, deren Pachtvertrag mit der Stadt noch bis 2016 läuft, zunächst wohl der größte Verlierer bei der Sache. Denn, auch das ist neu, ohne Namensrechte am Stadion wird die Teambank laut Graband ihren ebenfalls 2011 auslaufende Sponsorvertrag als Exklusivpartner des Club nicht verlängern. Kein Wunder, dass FCN-Vorstand Ralf Woy, der ohnehin 10,6 Millionen Euro Miese in seiner Bilanz verbucht, den Zoff als „sehr ärgerlich“ empfindet. Ohne easyCredit klafft in seinem Jahres-Budget ein zusätzliches Loch von „400.000 bis 600.000 Euro“.

"Ein Neubau ist utopisch"

Ganz zu Schweigen von den Kosten, die auf den Club zukommen könnten, sollte die Betreibergesellschaft nicht bis Juni nächsten Jahres einen neuen Namenssponsor auftreiben. Woy unkt: „Welches Unternehmen sagt denn in so einer Situation, wo eine Firma gerade vom Hof gejagt wurde: Okay, das machen wir.“ Und für „Hochtief“ wäre die Pacht auch nicht mehr zu stemmen. Was für Roland Höfler, Chef des städtischen „Eigenbetriebs Franken-Stadion“, bedeutet, „dass der FCN als Hauptkunde eine höhere Miete zahlen müsste“.

„So einfach geht das nicht“, verweist Woy auf „bestehende Verträge“. Dennoch wird beim FCN ernsthaft über Alternativen nachgedacht. Ein eigenes Stadion? Woy: „Wenn wir in die Situation kommen sollten, mehr Miete zahlen zu müssen, muss man sich langfristig auch solche Gedanken machen.“

Solange aber der Club finanziell nicht in den grünen Bereich kommt, „ist ein Neubau utopisch“, betont Vorstandskollege Martin Bader. Für den Sportchef ist der Weg mit der Teambank deshalb noch ohne Alternative: „Wir sind dankbar dafür, dass die Teambank finanzielle Mittel zuführt, die es der Betreibergesellschaft ermöglicht, dass der Betrieb für uns und andere Veranstaltungen durchführbar ist. Und, machen wir uns nichts vor, am Ende würde eine Differenz zwischen Betriebskosten und Einnahmen das Gemeinwohl über die Steuern zahlen. Und das kann es nun auch nicht sein.“ Egal, wie: Ohne Moos nix los. kk, MaC

Mehr über den Club lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Donnerstag, 14. Oktober.

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