Teenie vernascht Kinderriegel

Der Club geht in Aachen 2:6 unter und wird vom 18-jährigen Holtby regelrecht vorgeführt
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Die Club-Killer: Benjamin Auer (l.), ein Treffer, zwei Torvorlagen und Lewis Holtby, zwei Treffer, eine Torvorlage.
firo/Augenklick Die Club-Killer: Benjamin Auer (l.), ein Treffer, zwei Torvorlagen und Lewis Holtby, zwei Treffer, eine Torvorlage.

Der Club geht in Aachen 2:6 unter und wird vom 18-jährigen Holtby regelrecht vorgeführt

AACHEN Debakel, Lehrstunde, Fiasko oder ein Unfall? Vermutlich war es von allem etwas, das 2:6 des Club am Sonntag bei Alemannia Aachen. Kurios daran auf jeden Fall, ausgerechnet der Aachener Nachwuchsprofi Lewis Holtby wurde mit zwei Treffern und einer Vorlage gegen den Nürnberger Kinderriegel zum Matchwinner.

Hinten zusperren und sich nicht abschießen lassen.“

Kapitän Andreas Wolf saß erstmals seit seinem Kreuzbandriss im August 2008 wieder auf der Bank – in froher Erwartung hinsichtlich des FCN-Kinderriegels. Aber Wolf musste sehen, dass das Küken auf der anderen Seite, der 18-jährige Lewis Holtby, die Club-Kinder-Garde aufmischte: Ball vertändelt, Pass von Benjamin Auer, Holtby auf und davon, mächtiges Pfund aus 20 Metern ins Eck, 1:0 (10.). Nur vier Minuten später: Ecke von Jochen Seitz, Christian Eigler, mit 25 schon einer von den „Alten“, klärte vor Holtbys Füße und der lochte schon wieder ein.

Und das war noch lange nicht das Ende der Leidensstrecke. Denn nachdem Isaac Boakye nach einer Eigler-Flanke per Kopf das 1:2 gelungen war, trieb schon wieder Holtby sein Unwesen. Der Freistoß des 18-Jährigen landete genau auf dem Kopf von Mirko Caspar, Eigler gab nur den tatenlosen Augenzeugen, und es stand 1:3 (41.). Für Club-Trainer Michael Oenning „der Knackpunkt.“ Und als Auer nach dem ersten echten Patzer des Kinderriegels, Dominic Maroh und Dennis Diekmeier ließen sich von Szilard Nemeth und Auer vorführen, auch noch vor der Pause aus 14 Metern zum 1:4 einlochte (45.) , war der Fall erledigt und Oennings Ansage in der Kabine nur logisch: „Hinten zusperren und sich nicht abschießen lassen.“

Das weitere Gewürge in Halbzeit zwei samt den Treffern von Nemeth (Abstauber, 58.), Boakye (per Kopf nach Ecke von Gygax, 66.) und Christian Fiel (73.) zum Endstand war eh zum Abhaken. Höchste Zeit für Erklärungen. „Wir waren ganz schlecht, der Gegner sehr gut“, gab der bedauernswerte Kapitän und Keeper Raphael Schäfer ehrlich zu. Ebenso ehrlich Oenning. „Das war eine Packung. Vor allem die vier Aachener Treffer nach Standards ärgern mich gewaltig. Das war zuvor unsere Stärke, da nichts anbrennen zu lassen.“

Aber weder Kapitän noch Trainer gab den Jungprofis die Schuld, Dennis Diekmeier schon gar nicht, denn der musste mit gerissenem Trommelfell raus, nachdem er sich mit, „ich kann nichts mehr hören“, bei der FCN-Bank gemeldet hatte.

Oenning hofft auf Lerneffekt

„Auch unsere erfahrenen Spieler konnten die Situation nicht beruhigen“, so Oenning zum kollektiven Chaos. „Die Jungen müssen da durch“, meint Schäfer, „aber es lag an der ganzen Mannschaft, dass wir sogar in der Höhe verdient verloren haben.“ Oenning hofft auf den Lerneffekt aus der Lehrstunde. „Daran kann die Mannschaft wachsen. Lieber einmal so verlieren und die Lehren daraus ziehen, wir haben eine solche Situation ja noch nicht erlebt.“

Wohl wahr, zuletzt kassierte der Club in der Bundesliga 2005 zweimal sechs Gegentreffer, beim 2:6 in Bremen und 3:6 beim FC Bayern. Gestern in Aachen gab es viele Gründe für das Debakel: beide Flügel platt mit der Konsequenz, dass in der Zentrale, erst vorne um Mintal und Mnari, dann ganz hinten um Maroh und Reinartz, das absolute Chaos Normalzustand war. Ballverluste in Serie beim Versuch eines Aufbauspiels mit der Folge, dass die flinken Aachener mächtig Räume für ihre Konter hatten. Allen voran Holtby, Aachens Teenie, der den Nürnberger Kinderriegel vernaschte. ERG/MaC

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