Schieber: Bangen um den VfB

"Hoffentlich kommen die da unten raus!" Denn im Sommer muss Julian zurück  
| Krischan Kaufmann
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Perfekt gemacht: Julian Schieber reagiert schneller als Gegenspieler Serdar Tasci und erzielt per Kopf das 2:0.
Wolfgang Zink Perfekt gemacht: Julian Schieber reagiert schneller als Gegenspieler Serdar Tasci und erzielt per Kopf das 2:0.

NÜRNBERG Der Prophet schweigt diesmal. In der Hinrunde hatte Club-Stürmer Julian Schieber vor dem Duell mit dem VfB Stuttgart noch mutig ein Tor angekündigt – und dann seinen Worten auch Taten folgen lassen: Sein 1:0 in der dritten Minute war der Startschuss zum eminent wichtigen 2:1-Erfolg, dem ersten Sieg in der damals noch jungen Saison. „Das war eine andere Situation”, erklärt Julian nun fast entschuldigend, warum er sich vor dem anstehenden Rückspiel beim schwäbischen Krisenklub am Samstag (15.30) ähnlich markige Sprüche lieber verkneift.

 

"Das gehört sich einfach so"


Im Moment – und noch bis zum Saisonende – zählt für ihn nur der Club, wie Schieber beteuert. Und natürlich ist ein Tor erneut sein Ziel für Samstag. Sein Jubel würde dann aber „verhalten” ausfallen. „Das gehört sich einfach so”, will Julian angesichts der prekären Lage, in der sich seine extrem abstiegsbedrohten Schwaben (Platz 17, 19 Punkte) befinden, nicht noch zusätzlich Öl ins Feuer gießen.
Denn der 21-jährige gebürtige Backnanger ist vom VfB nur für ein Jahr ausgeliehen – mehr konnte Manager Martin Bader nicht rausschlagen. Julian muss, da sein Vertrag beim VfB bis 2012 auch für Liga zwei gilt, im Sommer definitiv wieder zurück. Auch, wenn es die Fans schockt: Stuttgart ist einfach „sein” Verein. Und einen zweiten Fall Sebastian Rudy – das Mittelfeld-Talent war letzen Juli nach Hoffenheim gewechselt – kann sich der VfB, der sich Talentförderung auf die Fahne schreibt, nicht leisten. Dann würden die kritischen Fans auf die Barrikaden gehen.

 

"Hier bin ich zum Führungsspieler gereift"


FCN-Trainer Dieter Hecking sieht den drohenden Verlust seiner Solo-Spitze dagegen pragmatisch: „Er wird für uns Vollgas geben. Und dem VfB so zeigen, dass sie sich auf ihn freuen können.” Julian selbst weiß, was er dem Club und vor allem Trainer Hecking zu verdanken hat. „Ich bin mit meiner Entwicklung in Nürnberg sehr zufrieden. Hier trage ich Verantwortung. Hier bin ich zum Führungsspieler gereift.” Wie seine Leistungsdaten belegen: Fünf Tore und sieben Vorlagen stehen bislang zu Buche. Und alle 21 Bundesliga-Partien über 90 Minuten kann beim Club sonst nur Timmy Simons vorweisen.
Dank seiner starken Auftritte ist Schieber sogar in den Fokus von Bundestrainer Joachim Löw gerückt. Angerufen hat der laut Julian indes noch nicht: „Es gab noch keinen Kontakt. Aber die Nationalmannschaft ist sicher mein Fernziel.” Auch Hecking traut seiner Leasing-Kraft den Sprung durchaus zu: „Wenn sich Julian so weiter entwickelt, kann er es sicher irgendwann schaffen.”
Allerdings müsste sich Schieber dafür weiter in Liga eins beweisen dürfen. Weshalb er schon aus eigenem Interesse seinem taumelnden Heimatverein die Daumen drückt: „Ich hoffe sehr, dass sie da unten rauskommen.” Solange der VfB in der Endabrechnung hinter dem Club bleibt, hat in Nürnberg auch bestimmt niemand etwas dagegen.

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