Roth: Ein Ehrenpräsident der Herzen

Club: Harmonische Hauptversammlung. Michael A. Roth gefeiert, Nachfolger Franz Schäfer gewählt, Trainer Oenning wohlwollend begrüßt – und die neue Satzung, leicht verändert, genehmigt
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FCN-Präsident Franz Schäfer (l.) überreicht Michael A. Roth und Ehefrau Angie als Geschenk ein Bild von Roths größtem sportlichen Erfolg mit dem Club, dem Pokalsieg.
bayernpress FCN-Präsident Franz Schäfer (l.) überreicht Michael A. Roth und Ehefrau Angie als Geschenk ein Bild von Roths größtem sportlichen Erfolg mit dem Club, dem Pokalsieg.

Club: Harmonische Hauptversammlung. Michael A. Roth gefeiert, Nachfolger Franz Schäfer gewählt, Trainer Oenning wohlwollend begrüßt – und die neue Satzung, leicht verändert, genehmigt

NÜRNBERG Die Personalien auf der gestrigen, erstaunlich harmonischen Jahreshauptversammlung des 1. FCN waren schnell geklärt. 677 Mitglieder in der Meistersingerhalle wählten Franz Schäfer mit sechs Gegenstimmen bis Herbst 2010 zum Präsidenten. Der ehemalige Aufsichtsrat Lothar Schmauß stieg mit zwei Gegenstimmen als Vize ins Präsidium auf.

Standing Ovation für Michael A. Roth

Direkt rührend wurde es, als Michael A. Roth von seinem Nachfolger Franz Schäfer zum Ehrenpräsidenten gekürt wurde. Alle im Saal standen auf und spendeten Roth bei seinem wohl letzten großen Auftritt den verdienten Applaus. Eine Verneigung vor dem Ehrenpräsidenten der Herzen. Für den Verein überreichte Präsident Schäfer einen Blumenstrauß und ein Foto vom Pokalsieg auf Leinwand gezogen. Die Profis, vertreten von den Kapitänen Raphael Schäfer und Andreas Wolf, schenkten dem künftigen Ehrenpräsidenten einen Silberteller mit den eingravierten Namen der aktuellen Mannschaft und ebenfalls Blumen.

Roth bedankte sich mit einer bewegten Rede, einem Streifzug durch die 15 Jahre seiner zweiten Amtszeit als Club-Chef. „Ich kann mich erinnern“, so Roth, „wie ich vor 15 Jahren hier vor Ihnen stand, als der Verein in den allerschwierigsten Belangen lag – mit 28 Millionen Mark Schulden. Wenn ich gewusst hätte, dass es eine so schwere Zeit wird, hätte ich damals wohl länger überlegt, ob ich mich zur Wahl stelle.“

Roths bewegter Rückblick durch seine zweite Amtszeit

Roth ließ auch den sportlichen Tiefpunkt, die Saison 1996/97 in der Regionalliga, nochmals Revue passieren. „Vor meiner zweiten Amtszeit war man ja nicht immer ehrlich gegenüber dem DFB. Das hat uns sechs Punkte Abzug und 500000 Mark Strafe gekostet. Wir sind in die Regionalliga abgestiegen, aber das war eine schöne Zeit. Wir wurden auf den Dörfern wie Könige behandelt und überall herrschte Volksfest, wenn wir kamen. Das muss man alles mal mitgemacht haben, aber in Zukunft brauche ich das nicht mehr unbedingt.“

Und deshalb kündigte Roth an, auch als Ehrenpräsident weiter den Kontakt zur Truppe zu suchen. „Ich werde vor dem einen oder anderen Spiel mit der Mannschaft ein paar ernste Worte reden. Das hat ja oft geholfen. Es ist noch längst nicht zu spät, schon vor dem Spiel gegen Hertha BSC am Samstag werde ich in die Kabine gehen. Dann holen wir sicher drei Punkte und es geht wieder aufwärts.“

Die Firma ging vor

Auch seinen überraschenden Rückzug vom FCN-Chefsessel erklärte Roth den Mitgliedern. „Ich bitte zu entschuldigen, dass ich, obwohl bis 2010 gewählt, nicht noch dieses Jahr durchgehalten habe. Aber ich musste mich um meine Firma, die wie viele mittelständischen Unternehmen durch die Wirtschaftskrise erschüttert wurde, intensiv kümmern.“

Oennings außerplanmäßiger Appell

Außerplanmäßig meldete sich anschließend, Trainer Michael Oenning zu Wort und wurde ungeachtet der brisanten sportlichen Lage mit wohlwollendem Beifall begrüßt. Oenning appellierte an die Mitglieder, Vertrauen zu haben. „Die Erste Liga ist eine Dreiklassengesellschaft. Wir gehören zu den sechs, sieben Mannschaften, die jedes Jahr um ihre Existenz kämpfen. Jetzt gilt es, alle Kräfte zu bündeln, sich frei von Ängsten zu machen, frei von dem Gedanken, wir seien schon abgestiegen. Wenn wir sagen, ja, wir vertrauen dieser Mannschaft bis zum 34. Spieltag, dann werden wir es schaffen.“ Applaus.

Neue Satzung, leicht verändert, genehmigt

Wesentlich komplizierter gestaltete sich das Ringen um die, letztlich genehmigte, neue Satzung. Der Arbeitskreis „Satzung“, gebildet von Club-Fans, die auch Mitglieder sind, kam mit sechs Änderungsvorschlägen, einer davon leicht modifiziert, durch. Demnach müssen u.a. nun Vorstand und Aufsichtsrat entlastet werden, neue Aufsichtsräte mindestens 15 Monate Mitglied sein. Und, lobenswert, unehrenhafte, rassistische und ausländerfeindliche Äußerungen führen zum Vereinsausschluss. Abgelehnt wurde der Vorschlag, dass der Vorstand aus drei Personen bestehen muss. Es bleibt eine Kann-Regelung. ERG/MaC

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