Nürnberg: So wird’s nix in Liga eins

Pfeifkonzert der Fans nach der zweiten Heimpleite des Club und jede Menge Selbstkritik bei den Akteuren: „Wir haben dumm gespielt“
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Club der langen Gesichter: Acht belämmerte  Nürnberger machen sich nach der zweiten Heimpleite  der Saison im zweiten Heimspiel auf den Heimweg.
JüRa/Zink Club der langen Gesichter: Acht belämmerte Nürnberger machen sich nach der zweiten Heimpleite der Saison im zweiten Heimspiel auf den Heimweg.

Pfeifkonzert der Fans nach der zweiten Heimpleite des Club und jede Menge Selbstkritik bei den Akteuren: „Wir haben dumm gespielt“

NÜRNBERG Pfiffe zur Halbzeit, ein Pfeifkonzert nach Spielschluss: Von Aufstiegs-Euphorie war nach dem 0:2 (0:1) gegen Hannover 96 und Jiri Stajners Doppelpack am vergangenen Samstag in Nürnberg nichts mehr zu spüren, die Begeisterung ist verflogen.

Schäfer: "Klassischer Fehlstart"

„Man kann vom einem klassischen Fehlstart reden, wenn man zwei Spiele zu Hause verliert“, beschönigte Club-Keeper Raphael Schäfer nichts. „Wir wollten nicht unten reinkommen, aber jetzt sind wir mitten drin. Den Auftakt haben wir uns eindeutig anders vorgestellt.“ Am 30-Jährigen lag es nicht. Schäfer konnte sogar einen kleinen persönlichen Erfolg verbuchen. Erstmals in seiner Bundesliga-Karriere hielt er einen Elfmeter – nach 14 misslungenen Versuchen. „Raffa“: „Mir wäre es allerdings lieber gewesen, wir hätten gewonnen, anstatt den Elfmeter zu halten.“ Schäfers Glanztat löste auch keinen positiven Schub im Team aus. Angelos Charisteas brachte es auf den Punkt: „Wir haben dumm gespielt.“

Und deshalb hätte der Club einen Sieg gegen Hannover auch nicht verdient gehabt. Zuviel ging daneben. „Das war kein guter Tag von uns“, gab Trainer Michael Oenning offen zu. „Es war alles sehr behäbig, alles unglaublich schwer. Man sieht, dass der Druck da ist.“ Und dass die Mannschaft damit nicht umgehen kann. Ebenso wenig kommt sie damit klar, wenn sie das Spiel machen muss. Selbst gegen einen Gegner, der sich vermeintlich auf Augenhöhe befindet.

Oenning: "Man gewinnt in der Bundesliga keine Spiele so nebenbei"

Oenning: „Man gewinnt in der Bundesliga keine Spiele so nebenbei.“ Der Trainer weiß auch, dass sich sein Club schon nach drei Spielen auf gefährlichem Kurs befindet. Sein Credo: „Wir müssen sehen, dass es bei diesem einen schlechten Spiel bleibt.“

Kein Biss, mattes Zweikampfverhalten, kaum Ideen, die Schaltzentrale mit Marek Mintal und Peer Kluge ein Totalausfall. „Beide hatten nicht die gewohnte Pass-Sicherheit“, urteilte Oenning und sah zudem eine überforderte Abwehr. So wird das nix in der Bundesliga. Und, völlig klar, schon beginnen die Diskussionen um mögliche Verstärkungen oder fehlende Bundesliga-Tauglichkeit einzelner Akteure. Die Thematik könnte brisant werden, sollte der Ausflug nach Stuttgart am kommenden Samstag zur nächsten Bruchlandung werden.

"Wir versuchen aus Stuttgart etwas Zählbares mitzunehmen"

Oenning reflektiert ehrlich („Wir haben es als Mannschaft nicht hingekriegt“) und denkt professionell. „Das Spiel beim VfB wird schwer, aber wir versuchen, etwas Zählbares mitzunehmen.“ Von den Fans wünscht sich der Club-Trainer indes mehr Realismus. „Die Reaktionen im Stadion zeigen, dass einige noch nicht begriffen haben, was wir hier machen. Wir wollen die Klasse halten – und zwar nach 34 Spieltagen.“ Dennoch, langsam muss der Club damit anfangen. Matthias Hertlein

Mehr über den Club, über die Sturmflaute und die Einzelkritik zum Hannover-Spiel lesen Sie in der Printausgabe Ihrer Abendzeitung

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