Nix für schwache Nerven

Nach 0:2-Rückstand: Angelos Charisteas rettet dem 1. FC Nürnberg mit dem Schlusspfiff in Wehen wenigstens einen Punkt. Die erste Halbzeit erneut verpennt, einen Elfer kläglich versiebt. "Gegentore sind hausgemacht."
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Verdienter Beifall: Club-Stürmer Angelos Charisteas riss den SV Wehen und seine Fans mit seinem Kopfball-Torpedo in der Nachspielzeit aus allen Träumen.
bayernpress Verdienter Beifall: Club-Stürmer Angelos Charisteas riss den SV Wehen und seine Fans mit seinem Kopfball-Torpedo in der Nachspielzeit aus allen Träumen.

WIESBADEN - Nach 0:2-Rückstand: Angelos Charisteas rettet dem 1. FC Nürnberg mit dem Schlusspfiff in Wehen wenigstens einen Punkt. Die erste Halbzeit erneut verpennt, einen Elfer kläglich versiebt. "Gegentore sind hausgemacht."

Mami, wo sind die Herztropfen? 0:2-Pausenrückstand beim SV Wehen-Wiesbaden. Dann Club-Phantom Marek Mintal mit seinem ersten Saisontor. Ein von der Linie gekratzter Mitreski-Kopfball. Ein von Javier Pinola kläglich versiebter Elfmeter, an Frechheit nur durch den peinlichen Nachschuss von Isaac Boakye übertroffen. Ein Kopfstoß von José Goncalves gegen SV-Abräumer Sandro Schwarz, nur mit Gelb bestraft – nicht nur im Fanlager, auch auf dem Platz standen die Nerven unter Hochspannung. Bis zum Jubelsturm in allerletzter Sekunde. Erleichterung pur. Dank Angelos „Harry“ Charisteas, der per Kopfball-Torpedo zum 2:2 letztendlich für einen rot-schwarzen Sirtaki sorgte.

„Zwei Tore auswärts, das muss eigentlich reichen, um mehr als nur einen Punkt mitzunehmen“, hadert „Harry“ mit seinen Hinterleuten, „vorne stimmt die Qualität.“ Auf die Abwehr war auch Trainer Michael Oenning nicht sonderlich gut zu sprechen. „Unsere Gegentore waren wieder hausgemacht“, nimmt der 42-Jährige besonders Neuzugang Aleksandar Mitreski und José Goncalves in die Pflicht. Das Duo hatte die Aktienmehrheit am Doppelpack von Sanibal Orahovac. Oenning milde: „Allerdings hat unsere Innenverteidigung so noch nie zusammen gespielt.“

Das Leben selbst schwer gemacht

Stimmt, da wartet – hoffentlich nicht bis zur Rückkehrer von Platzhirsch Andy Wolf (Kreuzbandriss) – noch einiges an Arbeit. Schließlich steigt bereits am Freitag das Spitzenspiel am Mainzer Bruchweg. „Wir müssen möglichst schnell dahin kommen, dass solche Fehler vermieden werden“, fordert Oenning. Und muss gestehen: „Wir haben alles dafür getan, uns das Leben selbst schwer zu machen. Es kann doch nicht sein, dass wir jedes Mal erst nach der Pause aufwachen.“ So wie zuletzt gegen Alemannia Aachen. Der Auftritt in Wiesbaden war nahezu eine Kopie des 2:2 vor 15 Tagen.

„In den ersten 45 Minuten haben wir wieder nichts davon gezeigt, was in der Zweiten Liga nötig ist“, grummelte Oenning. Beherzte Zweikämpfe statt gedankenverlorenes Hinterhertraben. Schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff – und umgekehrt. Präzision im Passspiel statt planlos hoch in die Spitze gebolzte Bälle. „Wir müssen in allen Belangen konzentrierter sein“, weiß auch Mintal.

Manager Bader: "Die Moral hat gestimmt"

Konstanz ist das Zauberwort, das schleunigst in die Tat umgesetzt werden muss. Denn im zweiten Akt „hat die Mannschaft bewiesen, wie viel Substanz in ihr steckt“, zieht Oenning auch Positives aus der erneuten, kraftraubenden Aufholjagd. Seelenmassage für Elfer-Versager Pinola inklusive. „Ich habe ihn hinterher sofort in den Arm genommen und gesagt: ,Den nächsten Elfer schießt wieder du!’“

„Die Moral hat gestimmt“, hat auch Martin Bader registriert. Der Manager warnt jedoch in einem Atemzug, dass Husarenstreiche wie in Wehen und gegen Aachen nicht beliebig wiederholbar sind. Schon gar nicht in Mainz: „Das wird noch härter, die wollen ja wie wir auch aufsteigen.“ Mit oder ohne Herztropfen – völlig egal. Hauptsache mit Charisteas. Schlusswort Oenning: „Ich hoffe für Harry, dass er jetzt einen Lauf bekommt. Markus Löser, H.D.

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