Kernige Duftmarken vom „Hammerhead“

Club-Neuling Reinartz gibt „Visitenkarte“ ab. Charisteas und Boakye die Leidtragenden
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Harte Einsätze, coole Sprüche: Neuzugang Stefan Reinartz (rechts) glänzt im Trainingslager in Belek.
Wolfgang Zink Harte Einsätze, coole Sprüche: Neuzugang Stefan Reinartz (rechts) glänzt im Trainingslager in Belek.

Club-Neuling Reinartz gibt „Visitenkarte“ ab. Charisteas und Boakye die Leidtragenden

BELEK Noch kein Profi-Spiel in den Knochen, aber schon eine unglaublich große Klappe.

„Der Junge ist auf dem besten Weg, sich den nötigen Respekt zu verschaffen“, sagt Club-Trainer Michael Oenning über den von Bayer Leverkusen bis 30. Juni 2010 ausgeliehenen Innenverteidiger Stefan Reinartz. Angst zeigt der 20-jährige U19-Europameister keine. Das haben Angelos Charisteas und Isaac Boakye schon schmerzhaft erfahren müssen.

„Den Isaac, den habe ich schon gut erwischt“, gesteht Reinartz. Boakye fasst sich gequält, aber kommentarlos an die schmerzende rechte Schulter. „Aber den Harry, den doch nicht, auch wenn er ,Aua’ geschrien hat.“ Reinartz, frech wie Oskar, obwohl sein zweiter Nachname Edgar lautet.

„Ich will bestimmt niemanden verletzen“, versichert der 1,89 Meter große Abwehrhüne. „Aber ich will hier beim Club gleich meine Visitenkarte abgeben, ziehe deshalb nicht zurück.“ Oenning hat nichts dagegen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was Stefan bislang abgeliefert hat. Es spricht für sein Selbstbewusstsein.“

Das scheint grenzenlos zu sein. Keck erklärt Hobby-Schlagzeuger Reinartz mit Sorge um die Club-Torjäger: „Es wäre besser, wenn der Verein noch einen Stürmer holen würde.“ Er, der nach einem Abstecher in die Hotel-Spielhalle, seinen neuen Spitznamen schon weg hat: „Hammerhead“, also Hammerkopf. Das ist ein Automat, bei dem auf zufällig auftauchende Plastikköpfe mit einem Hammer eingedroschen werden muss.

Dabei sieht sich Reinartz gar nicht als Anhänger der Blutgrätsche. „Ich komme eher aus dem technischen Bereich. Gute Pässe in die Spitze sind bei mir schon mal drin.“ Was im Ernstfall noch zu beweisen wäre. Und den erhofft er sich schon am 30. Januar, beim Rückrundenstart in Augsburg. Weil Abwehrchef Andy Wolf noch länger fürs Comeback schuften muss, sieht Reinartz gleich „zwei freie Plätze“ in der Innenverteidigung. „Abwarten“, sagt Oenning, der mit dem Pärchen Dominic Maroh/Javier Pinola sehr zufrieden war.

Ungeachtet dessen sieht Reinartz in seinem Wechsel „gute Perspektiven, mich entwickeln zu können.“ In einer Stadt, die ihm „sehr gut gefällt. In einem Verein mit hervorragenden Trainingsbedingungen und fantastischen Fans.“ Klingt nach dem üblichen Gelaber. Reinartz präzisiert: „Die Fans sind toll, feiern gerne mit Bengalfackeln.“ Stimmt. Allerdings hatte er beim Trainingsauftakt am 3. Januar angenommen, „dass die Neuzugänge so empfangen werden.“ Tatsächlich feierten die Ultras ihren 15. Geburtstag. Markus Löser

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